Mit einer perfiden Betrugsmasche sollen zwei Männer (37 und 26 Jahre alt) mehrere ältere Menschen in Oberösterreich um wertvolle Gegenstände gebracht haben. Am Landesgericht Wels sind die beiden Angeklagten am Mittwoch deshalb zu teils langen Haftstrafen verurteilt worden.
Laut Anklage gaben sich die Männer am Telefon als Krankenhausärzte aus. Sie erzählten ihren Opfern in Eferding und Wels: "Ihr Kind hat Krebs und braucht dringend eine Behandlung". Deshalb benötige es dringend ein besonders teures Medikament. Um die angebliche Behandlung bezahlen zu können, forderten sie sofort Geld oder Wertgegenstände.
Die Senioren gerieten durch die Schilderungen massiv unter Druck. Kurz nach den Telefonaten erschien jeweils ein Abholer an den Wohnadressen und nahm Goldmünzen sowie Schmuck entgegen. In insgesamt drei Fällen entstand laut Staatsanwaltschaft ein Schaden von rund 370.000 Euro.
Beim dritten Versuch konnten die Ermittler einschreiten. Der mutmaßliche Abholer wurde noch während der Tat festgenommen. In weiterer Folge gingen den Ermittlern auch die beiden Angeklagten ins Netz.
Das Landesgericht Wels verurteilte den Hauptangeklagten zu sieben Jahren unbedingter Haft. Sein mitangeklagter Fahrer erhielt drei Jahre Freiheitsstrafe, davon muss er ein Jahr unbedingt verbüßen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
Die Behörden warnen erneut vor sogenannten Schockanrufen. Kriminelle setzen gezielt auf Angst und Zeitdruck, um ihre Opfer zu überstürzten Entscheidungen zu bewegen. Die Polizei rät deshalb, bei solchen Anrufen misstrauisch zu sein, keine Wertgegenstände zu übergeben und sofort Angehörige oder die Polizei zu verständigen.