Der Aufsehen erregende Fall eine zwölfjährigen Buben, der im Waldviertel in eine Hundebox gesperrt und gequält wurde, geht in die nächste Runde. Wie das Büro der für Kindeswohl zuständigen Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Freitag bekanntgab, hat die angekündigte Kommission die Untersuchung des Falles bereits aufgenommen. Das Ergebnis der Ermittlungen soll im Jänner 2024 vorliegen.
Die nun eingesetzte Kommission soll den Fall auf mögliches Behörden-Versagen untersuchen. Klar ist mittlerweile, dass die Familie den Behörden seit längerer Zeit bekannt gewesen ist. Nur wenige Tage, bevor das Kind ins Koma fiel, war das Jugendamt im Haus. Warnungen gab es zudem auch von Lehrern und einem Spital. Laut derzeitigen Erkenntnissen seien aber "alle Vorgaben eingehalten" worden, heißt es.
Die Kommission "Kinderschutz" soll nun Spekulationen, wonach es Versäumnisse bei offiziellen Stellen gegeben haben könnte, nachgehen und mögliche Verbesserungen in Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen empfehlen, so Königsberger-Ludwig.
Die Kommission wird von der niederösterreichischen Kinder- und Jugendanwältin Gabriela Peterschofsky-Orange geleitet. Weitere Mitglieder sind: Hedwig Wölfl, Geschäftsführerin der Kinderschutzorganisation "Möwe", Kinder- und Jugendpsychiater Paulus Hochgatterer sowie drei Juristen von Kinder-und Jugendhilfe, Bildungsdirektion sowie von der Landesgesundheitsagentur. Zwischenberichte wird es keine geben, heißt es.