"Kinder sollen nicht nur für Betreuung in die Schule"

Sibylle Hamann, Bildungssprecherin der Grünen
Sibylle Hamann, Bildungssprecherin der GrünenGEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
Der Schul-Lockdown geht in die Verlängerung. Es ist ein Streit zwischen Lehrern und Elternvertretern entbrannt.

Eigentlich hätten die Schulen am 25. Jänner wieder aufsperren sollen. So weit der Plan von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Der nächste mögliche Termin ist nun der 8. Februar. Bis dahin gibt es nur das Betreuungsangebot. Um dieses wird derzeit gestritten. Lehrergewerkschafter Paul Kimberger fordert etwa, dass in den Schulen nur Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen (Gesundheitswesen, etc.) betreut werden sollen.

Die Elternvertreter an den öffentlichen Pflichtschulen widersprechen: "Alle Eltern sind systemrelevant. Alle, die es brauchen, müssen ihre Kinder schicken können", erklärt deren Sprecherin Evelyn Kometter gegenüber "Heute".

Das sagt die Grüne

Was sagt die Politik dazu? Sibylle Hamann, Bildungssprecherin der Grünen, am Dienstag im Ö1-Morgenjournal: "Ganz wichtig ist, dass die Schulen offen sind und bleiben – für alle Kinder, die das brauchen. Damit ist nicht nur Betreuung gemeint. Auch wenn Kinder pädagogische Betreuung benötigen, daheim nicht genug Ruhe und Unterstützung haben, können sie in die Schule kommen. Für sie ist die Schule in der Krise der richtige Ort."

"Wir sehen, dass wir an Schulen völlig unterschiedliche Situationen haben", so die Ex-Journalistin. "Wir haben Schulen, die seit Monaten leer sind. An anderen Standorten sind 80 oder 90 Prozent der Kinder in der Schule. Da einen Ausgleich zu schaffen, ist wichtig."

Die Alternative

Man müsse auch nach der Alternative fragen. Wenn die Kinder statt in der Schule von verschiedenen Nachbarn betreut würden, mache das epidemiologisch auch keinen Sinn: "Da ist die Schule der sicherere Ort. Speziell jetzt mit den neuen Schnelltests."

Viele Eltern und Kinder klagen über technische Probleme. Wie will die Politik mit dieser Thematik umgehen? Hamann: "Da sprechen wir von jahrzehntelangen Versäumnissen bei der Digitalisierung der Schulen. Wir haben große Anstrengungen unternommen, hier schnell etwas zu ändern: Eine Investitionsoffensive in den Schulen, auch für die digitale Infrastruktur, und wir starten mit dem großen Laptop-Programm. Ab dem nächsten Schuljahr werden Schüler, die in die fünfte Schulstufe kommen, einheitlich ein digitales Endgerät bekommen. Das ist ein riesiger Schritt zu mehr Chancengleichheit."

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