Wirbel im Kindergarten

Kinder zu schmutzig – Kindergarten verlegt Kunstrasen

Weil Kinder Schmutz in den Kindergarten trugen, wurde in Frauenstein Kunstrasen verlegt. Jetzt prüft die Kinderombudsstelle den Fall.
Österreich Heute
09.06.2026, 17:28
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Im Kindergarten Kraig in Frauenstein sorgt eine ungewöhnliche Maßnahme für Aufregung. Statt Naturrasen liegt im Außenbereich seit Anfang Mai auf rund 200 Quadratmetern Kunstrasen, das berichtet die Kleine Zeitung. Der Grund laut Gemeinde: Die Kinder seien beim Spielen im Freien immer wieder schmutzig geworden.

Rund 80 Kinder besuchen den Kindergarten mit den Gruppen Regenbogenwichtel, Wasserwichtel, Waldwichtel und Entdeckerwichtel. Doch naturnahes Herumtoben ist auf der neuen Fläche nun nur noch eingeschränkt möglich.

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"Gesundheitliche Schäden"

Gerda Schulze Zumloh, der die Umbauarbeiten auffielen, sieht das laut Kleine Zeitung kritisch: "Ganz abgesehen von gesundheitlichen Schäden durch Farbe und den diversen Ausdünstungen, sollte man eigentlich gerade Kindern vermitteln, welches wertvolle Gut die Natur ist", sagt sie und meldete es der Kinder- und Jugendanwaltschaft.

Noch deutlicher wird sie mit Blick auf die Kinder: "Kinder zu zwingen, den größeren Teil ihres wachen Tages in einer Plastikumgebung zu verbringen, ihnen nur ja nicht irgendein Gräschen, Blümchen oder ein Insekt zu zeigen, finde ich empörend."

Frauensteins Bürgermeister Harald Jannach erklärt die Entscheidung in der Kleinen Zeitung so: "Die Kinder haben sich im Freien immer auf dem selben Fleck aufgehalten und daher hat teilweise die blanke Erde herausgeschaut." Die Folge sei gewesen, dass Schmutz und Staub in den Kindergarten getragen wurden.

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"Daher haben wir in Absprache mit den Pädagoginnen den Kunstrasen angeschafft", so Jannach. Gekostet hat das Projekt 20.000 Euro. Eine beantragte Förderung des Landes wurde abgelehnt.

Inzwischen beschäftigt sich die Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes mit der Causa. "Grundsätzlich halte ich diese Maßnahme für bedenklich. Wir werden uns genau anschauen, ob das Kindeswohl vorrangig berücksichtigt wurde", sagt Kinderanwältin Astrid Liebhauser.

Auch medizinisch gibt es Bedenken. Zwar wollte sich kein befragter Kinderarzt oder Arbeitsmediziner namentlich zitieren lassen, der Tenor lautete aber: Kunststoffflächen können sich in der prallen Sonne stark aufheizen, zudem werden bei der Herstellung chemische Zusätze verwendet. Auf Kunstrasen können sich außerdem Bakterien, Pilze und Tierkot ansammeln, weil die biologische Selbstreinigung des Bodens fehlt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.06.2026, 17:28
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