Das Stammersdorfer Kinderfreibad in der Luckenschwemmgasse in Floridsdorf ist in die Jahre gekommen. Laut Bezirksvorstehung würde sich eine Sanierung finanziell nicht mehr auszahlen. Die Fläche soll künftig für die Erweiterung des dortigen Kindergartens genutzt werden.
Als Ersatz ist nur wenige Minuten entfernt ein neues Kinder- und Familienbad geplant. Dafür soll eine rund 3.500 Quadratmeter große Fläche in der Edi-Finger-Straße 8 umgewidmet werden. Geplant sind ein Nichtschwimmerbecken, ein Lehrschwimmbecken, ein Wasserspielgarten und ein Kinderspielplatz.
"Wir haben fünf, sechs Jahre nach einem passenden Grundstück gesucht. Eigentlich sollte dort ein Wohnhaus mit Kindergarten hinkommen. Doch stattdessen wird nun ein Kindergarten in der Luckenschwemgasse gebaut, der drei Mal so groß ist. Die MA 10 braucht das Grundstück nicht, deshalb will die MA 44 dort das Bad bauen", meint der Floridsdorfer Bezirksvorsteher Georg Papai zu "Heute".
Mit dem Bau soll 2028 begonnen werden, die Eröffnung ist für Sommer 2029 vorgesehen. Die Kosten werden mit 5,8 Millionen Euro beziffert und sollen vollständig aus Bezirksgeldern finanziert werden. Betrieben wird das neue Bad anschließend von der MA 44 (Wiener Bäder).
Das bestehende Familienbad in der Luckenschwemmgasse soll erst geschlossen werden, wenn der Neubau fertiggestellt ist. Doch gegen die Pläne regt sich Widerstand. An die vorgesehene Grünfläche grenzen zahlreiche Privatgrundstücke. Anrainer kritisieren laut ORF vor allem, dass die Planungen ohne ihre Einbindung erfolgt seien. Sie fordern, auch mögliche Alternativstandorte zu prüfen.
Die Nachbarschaft befürchtet durch das Bad mehr Lärm, weniger Privatsphäre und Belastungen während der Bauarbeiten. Auch die Verkehrssituation bereitet Sorgen: Die Edi-Finger-Straße ist eine Sackgasse, Parkplätze sind bereits jetzt knapp.
Mit Flugblättern machen Anrainer gegen das Projekt mobil. Um die Wogen zu glätten, lädt Floridsdorfs Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) am Montag um 16 Uhr zu einer Informationsveranstaltung. Für einen ungewöhnlichen Auftritt ist ebenfalls gesorgt: Papai und der neue Chef der MA 44, Rainer Hauswirth, wollen dabei im Bademantel auftreten.
Die Befürchtungen rund um Lärm weist Papai zurück: "Ein Kinder- und Familienbad hat eine andere Dimension als ein klassisches Freibad. Die Öffnungszeiten wie auch der Geräuschpegel sind hier viel eingeschränkter."
Kritik kommt hingegen von ÖVP und FPÖ. Sie argumentieren, dass das derzeitige Bad in der Luckenschwemmgasse nicht ausgelastet sei. Statt eines zusätzlichen Familienbades solle leistbares Wohnen Vorrang haben. Die SPÖ hält dagegen und betont die Bedeutung des Schwimmangebots für Kinder: "Floridsdorf ist ein Wasserbezirk, die Kinder müssen hier einfach schwimmen lernen."