Lärm, Beschimpfungen

Fußballkäfig macht Anrainern das Leben zur Hölle

Lärm, Beschimpfungen, Drohungen und fliegende Steine: Anrainer in der Donaustadt fühlen sich von den Besuchern eines Fußballkäfigs terrorisiert.
Wien Heute
14.09.2026, 06:45
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Christian Ollinger (58), Obmann des Kleingartenvereins "Am Ries" in Wien-Donaustadt, ist mit seiner Geduld am Ende. Denn seit Jahren leiden die Bewohner rund um einen Fußballkäfig, der laut Bezirk im Jahr 2017 in der Hyazinthengasse errichtet wurde, unter massiver Lärmbelästigung.

Wie Ollinger im "Heute"-Gespräch erklärt, beginnt der Lärm manchmal schon gegen 6.15 Uhr und dauert bis ein oder zwei Uhr in der Nacht. "Unsere Lebensqualität hier ist auf Null gesunken", meint der KGV-Obmann. Drei Mitglieder des Kleingartenvereins würden ihre Gärten wegen der Situation mittlerweile gar nicht mehr nutzen, drei weitere sogar über einen Verkauf nachdenken.

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Steine flogen über die Hecke

Dabei geht es laut dem 58-Jährigen nicht um spielende Kinder. Immer wieder würden sich ältere Jugendliche und Erwachsene rund um den Käfig aufhalten: "Diese Personen randalieren lautstark, klettern am Zaun und den Toren herum und machen dabei extremen Lärm." Beschweren sich Anrainer, würden sie beschimpft und bedroht.

Besonders beängstigend sei ein Vorfall am 20. Juni gewesen: "Ab 19.30 Uhr fuhren Jugendliche mit Scootern hupend die Gasse auf und ab. Sie warfen auch rund zehn Zentimeter große Steine über die 3,5 Meter hohe Hecke in unseren Garten. Meine Frau wurde fast getroffen." Diese habe daraufhin den Polizeinotruf gewählt. Eine Streife sei angekündigt worden. "Auf diese warten wir bis heute", kritisiert Ollinger.

Teenager warfen Steine über die Hecke, die Frau von Christian Ollinger wurde fast getroffen.
Helmut Graf

Anrainer wünschen sich mehr Polizei-Präsenz

Seit mindestens zwei Jahren würden Anrainer immer wieder die Polizei wegen Ruhestörungen und Belästigungen verständigen. Die Beamten seien laut Ollinger zwar teilweise gekommen und hätten Personen aufgefordert, den Platz zu verlassen – kurze Zeit später seien diese jedoch wieder zurückgekehrt.

"Wir würden uns wünschen, dass die Polizei mehr Präsenz zeigt und mehrfach vorbeifährt, am besten täglich zwischen 17 und 22 Uhr, um die durchgehende Belästigung durch aggressive, lärmende Personen und hupende Scooterfahrer, einzudämmen."

Teure Hybridrasen-Sanierung

Ollinger kritisiert zudem die Verlegung eines Hybridrasens (verbindet echtes Gras mit Kunstrasenfasern, Anm.) im September 2025. "Ein Hybridrasen benötigt eine Anwachs- und Ruhezeit, daher war der Käfig bis heurigen Mai gesperrt. Die Absperrung wurde allerdings ignoriert und mehrfach aufgebrochen. Der Rasen musste anschließend saniert werden." Laut Bezirk betrugen die Kosten allein dafür 40.000 Euro, die Errichtung des Fußballkäfigs selbst kostete bereits rund 35.000 Euro.

Am 27. Juli wurde der Platz laut dem KGV-Obmann erneut von der Stadt gesperrt. Doch auch diesmal ohne Erfolg: "Ab 17.30 Uhr trieben sich 19 Personen hier herum – nur zwei Kinder spielten Fußball. Der Rest – acht Erwachsene und neun ältere Jugendliche – randalierten lautstark im Käfig. Als die Polizei kam, liefen die Erwachsenen davon. Sie kamen wieder zurück als die Beamten weg waren und alles ging von vorne los."

Bezirk montierte Nachtruhetafeln

Auf "Heute"-Nachfrage bei der Bezirksvorstehung wird erklärt, dass als Maßnahmen Nachtruhetafeln montiert wurden, "die in regelmäßigen Abständen kontrolliert und bei Bedarf ergänzt werden. Des Weiteren wurde das Fair Play Team um verstärkte Präsenz angefordert." Gebracht dürfte dies allerdings nichts haben.

Die Anrainer wollen sich mit der Situation nicht mehr abfinden. "Es kann doch nicht sein, dass Menschen, die sich Jahrzehnte hier ihren Lebensmittelpunkt aufgebaut haben, so leiden müssen und keinerlei Hilfe erhalten", ist Ollinger frustriert.

Volksanwaltschaft wurde eingeschaltet

Mittlerweile wurde auch Volksanwältin Gaby Schwarz eingeschaltet. "Es wurden erste Maßnahmen gesetzt, die nach Ansicht der betroffenen Anrainer nicht ausreichen. Insbesondere die Lage des Ballspielkäfigs, die Ausstattung und die Betriebszeiten sind weiter Gegenstand der Prüfung durch die Volksanwaltschaft", heißt es zu "Heute".

Laut Ollinger wird zudem die Möglichkeit geprüft, den Standort des Fußballkäfigs um rund 150 Meter zu verlegen: "Gemeinsam mit dem Zentralverband der Kleingärtner und der MA 69 versuchen wir, den Käfig zu versetzen – Platz wäre genug dort", hofft der KGV-Obmann.

red,Akt. 14.09.2026, 09:32, 14.09.2026, 06:45