Lieber ein Anruf mehr

Jede 3. Frau erlebt Gewalt – neue Kampagne soll helfen

Eine neue Kampagne von Gewista und dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser soll die Frauenhelpline 0800 222 555 stärker sichtbar machen.
Wien Heute
13.09.2026, 22:20
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Gewalt gegen Frauen ist in Österreich weiterhin ein massives Problem. 34,5 Prozent der Frauen haben seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erlebt. Genau hier setzt die seit Juli laufende Kampagne "Lieber ein Anruf mehr!" an.

Die Gewista stellt dafür österreichweit ihre digitalen Werbeflächen kostenlos zur Verfügung. Ziel ist es, die Frauenhelpline gegen Gewalt stärker im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und damit die Hemmschwelle für Betroffene zu senken.

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Frauenhelpline muss sichtbarer werden

Die Nummer 0800 222 555 ist rund um die Uhr, kostenlos, anonym und vertraulich erreichbar. Das Angebot richtet sich nicht nur an betroffene Frauen und Mädchen, sondern auch an Angehörige, Freundinnen, Freunde und andere Personen aus dem Umfeld.

"Die Frauenhelpline muss sichtbar sein, bevor Gewalt eskaliert oder Unterstützung dringend gebraucht wird. Die Kampagne bringt die Nummer 0800 222 555 in den öffentlichen Raum und macht damit ein kostenloses, anonymes und rund um die Uhr erreichbares Beratungsangebot bekannter. Lieber ein Anruf mehr als ein Anruf zu spät", sagt Beate Malekzadeh-Forstner, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser.

Zahl der Anruferinnen ist gestiegen

Auch Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) betont die Bedeutung eines niederschwelligen Zugangs zu Hilfe. "Österreich hat ein dichtes und hoch professionelles Gewaltschutznetz, das wir als Bundesregierung konsequent unterstützen, ausbauen und weiterentwickeln. Zentral ist aber, dass Frauen sich sicher sein können, dass sie Hilfe und Unterstützung bekommen und wissen, wohin sie sich wenden können, um diese zu erhalten."

Gewista-Chef Franz Solta verweist darauf, dass die Zahl der Anruferinnen, die von Gewalt betroffen sind, in den Vergleichsmonaten gegenüber dem Vorjahr gestiegen sei. Einen eindeutigen Zusammenhang mit der Kampagne könne man daraus zwar nicht ableiten. Schon wenn Betroffene durch die stärkere Sichtbarkeit früher Hilfe suchen, sei aber ein wichtiger Schritt erreicht.

Kostenlose Krisenberatung

Die Frauenhelpline bietet Erst- und Krisenberatung, hilft bei der Einordnung der aktuellen Situation und vermittelt bei Bedarf an spezialisierte Hilfseinrichtungen weiter. Ziel der Kampagne ist vor allem eines: Die Nummer 0800 222 555 soll präsent sein, bevor aus Angst akute Gefahr wird.

red,13.09.2026, 22:20