Immer mehr steirische Familien bekommen dieser Tage Post. Obwohl derzeit die Kindergärten in den Sommerferien sind, droht im Herbst bereits die Katastrophe. In einem Schreiben von den sterischen Kindergartenbetreibern wird davor gewarnt, dass die Betreuungssituation im Herbst nicht sichergestellt werden kann.
Derzeit herrsche massiver Personalnotstandbei den Kindergartenbetreuerinnen und -betreuern. Petra Schwarz, GIP-Vorstand, sagt gegenüber dem ORF: "Das Personal war einfach extrem überlastet. Aufgrund der Quarantäneregelungen und der gesetzlichen Verpflichtung, dass wir den Personalschlüssel ganztägig zur gesamten Öffnungszeit genau einhalten müssen und keine Abweichungen ermöglicht wurden, ist unser Personal mit immer mehr Überstunden konfrontiert worden, immer mehr Vertretungen, und das hat einfach zu einer gewissen Ausgebranntheit geführt".
Die Politik könnte nun bereits auf dieses Problem reagieren. Wie "Heute" herausfand, dürfte die Quarantäneregel schon im August fallen. Das wäre eine Erleichterung für die Branche, die massiv in der Krise steckt. Besonders die Diözese Graz-Seckau, die viele Kindergärten in der Steiermark betreibt, sucht Personal.
Die Stadt Graz hat sich gegen den Alarmbrief entschieden. Der zuständige Stadtrat Kurt Hohensinner meint: "Wir haben – so wie in ganz Österreich – einen Personalnotstand im Kinderbildungs- und Betreuungsbereich. Wir wissen auch, dass es jetzt einen Kraftakt braucht. Es ist jetzt überhaupt kein Platz mehr für parteipolitisches Hickhack, wir müssen jetzt die Plätze für unsere Kinder sicherstellen.“
Um den Personalmangel zu bekämpfen, will man nun auch in der Struktur einiges verändern. So will man dafür sorgen, dass auch Volksschullehrerinnen problemlos in den Job wechseln können. Erfahrene Pädagoginnen und Pädagogen sollen zudem ohne die bisher vorgeschriebenen Voraussetzungen Gruppen leiten dürfen. Das Land Steiermark bestätigt, dass dahingehende Gespräche bereits laufen würden.