Das Vorarlberger Kinderdorf Vorarlberg stellt mit Ende Juni ein seit vielen Jahren bestehendes Angebot für Trennungskinder ein. Betroffen ist die sogenannte Besuchsbegleitung, bei der Kinder den Kontakt zu getrennt lebenden Elternteilen in einem geschützten Rahmen pflegen können.
Das Angebot wurde seit 2006 vor allem in hochstrittigen Trennungs- und Obsorgefällen genutzt. Ziel war es, trotz schwieriger familiärer Situationen einen sicheren und begleiteten Kontakt zwischen Kindern und Eltern zu ermöglichen. Insgesamt wurden laut Einrichtung mehr als 600 Familien begleitet.
Die Geschäftsführung spricht von einem "schweren Schritt". Die Entscheidung sei nach einer internen Prüfung gefallen, da die aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen eine Weiterführung in der bisherigen Qualität nicht mehr zuließen.
Die begleiteten Besuchskontakte werden noch bis Ende Juni wie geplant durchgeführt, neue Anmeldungen werden jedoch nicht mehr angenommen. Danach wird das Angebot eingestellt, wie der ORF berichtet.
In den vergangenen Jahren hatte sich die Besuchsbegleitung als Teil der Familiengerichtshilfe etabliert und wurde in Zusammenarbeit mit Gerichten sowie Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen durchgeführt. Für viele betroffene Familien war sie ein wichtiger Baustein, um Kontakte trotz Konflikten zu ermöglichen.