Kindergarten-Zivi wegen Kindesmissbrauchs verhaftet

In diesem Kindergarten in Wien-Liesing war der Zivildiener tätig
In diesem Kindergarten in Wien-Liesing war der Zivildiener tätigHelmut Graf
Ein Zivildiener (26), der von 1. Juni 2018 bis 8. Jänner 2019 in einem Kiga in Wien-Liesing arbeitete, sitzt in Ungarn in U-Haft. Pädophilie-Verdacht!

Am Donnerstag informierten die Wiener Kinderfreunde alle Eltern, die zwischen Juni 2018 und Jänner 2019 eines oder mehrere Kinder in der Einrichtung in der Carlbergergasse in Wien-Liesing hatten. "Wir wurden von der Polizei darüber in Kenntnis gesetzt, dass ein junger Mann, der in diesem Zeitraum bei uns tätig war, in Ungarn wegen Pädophilie-Verdachts in U-Haft genommen wurde", so Kinderfreunde-Geschäftsführer Christian Morawek zu "Heute".

Zwei Minderjährige sexuell missbraucht

Gegenüber "Heute" bestätigt die Wiener Polizei, in diesem Fall Amtshilfe zu leisten. Der Österreicher (26) "steht im Verdacht, in Ungarn zwei Minderjährige in seinem Familienumfeld sexuell missbraucht zu haben. Nun wird auch in Wien ermittelt. Näheres ist noch Gegenstand von laufenden Ermittlungen", so Polizeisprecher Markus Dittrich.

Betreiber: Zivildiener hatte nie alleine Kontakt zu Kindern

Der Verdächtige sei ausschließlich in der Küche des Kindergartens sowie bei Reinigungsarbeiten im Gebäude eingesetzt gewesen und habe nie alleine Kontakt zu den Kindern gehabt, versichert Morawek. Derzeit seien auch keine Übergriffe in Österreich bekannt. Weil aber nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Zivildiener abseits des Kindergartens Kontakt zu Kindergartenkindern hatte, befragt nun die Polizei alle eventuell betroffenen Eltern. Die Ermittlungen laufen.

Kindergarten informiert, bietet psychologische Betreuung an

Von Seiten der Kinderfreunde wurde am Donnerstag nicht nur sofort schriftlich und auch persönlich beim Abholen der Kinder informiert, sondern auch ein Elternabend für Anfang August angesetzt, bei dem auch Experten des Kinderschutzvereins "Die Boje" anwesend sein werden. "Hier wird es, wenn erforderlich auch noch einen zweiten Termin geben. Zusätzlich werden wir den Eltern auch psychologische Hilfe anbieten, sollte das gewünscht sein", so Morawek.

Erster Wiener Kindergarten mit Corona-Fall

Der Kinderfreunde-Kindergarten in der Carlbergergasse ist nicht das erste Mal in den Schlagzeilen. Am Abend des 11. Mai wurde er als erster Kindergarten in Wien wegen eines Corona-Falls gesperrt. Eine Helferin hatte sich bei ihrem Mann angesteckt und die Krankheit in den Kindergarten gebracht. Er war als Leiharbeiter in einem der zwei Post-Verteilzentren tätig gewesen, welche die ersten großen Corona-Cluster in Ost-Österreich gewesen sind. Am 15. Mai gab es dann auch bei den Kindern einen Corona-Fall – "Heute" berichtete.

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