Leiharbeiter waren Corona-Auslöser bei der Post

Das Postzentrum in Hagenbrunn
Das Postzentrum in HagenbrunnPost AG
Weil eine Leiharbeitsfirma mutmaßlich infizierte Personen weiter arbeiten ließ, muss nun das Bundesheer für erkrankte Post-Mitarbeiter einschreiten. Wie außerdem der "Corona-Kindergarten" in Wien mit dem Fall zusammenhängt, erfährst du hier. 

Wie berichtet wurden zuletzt Dutzende Corona-Fälle im Post-Verteilzentrum in Hagenbrunn (Bezirk Korneuburg) bekannt. Während am Mittwoch noch von rund 30 Fällen die Rede war, berichtet der "ORF NÖ" nun von bereits rund 60 Fälllen. Seit dem Bekanntwerden der Infektionen hatte die Post die gesamte Belegschaft testen lassen. Auch im Postverteilzentrum in Wien-Inzersdorf geht das Coronavirus um. Hier sollen von 650 Mitarbeitern 70 positiv auf das Coronavirus getestet worden sein. 

Um den Weiterbetrieb im Postverteilzentrum zu sichern, rückte nun das Bundesheer zum Einsatz aus. Die Post selbst hatte derartige Unterstützung angefordert. Ein ABC-Team kümmert sich nun darum, dass alles desinfiziert wird. Ab Sonntag werden dann bis zu 250 Soldaten eingesetzt, die den Betrieb am Laufen halten sollen.

Keine Bundesheer-Hilfe in Wien

Wie die "Krone" am Samstag berichtet könnte eine Leiharbeitsfirma als Virenschleuder fungiert haben. Zwar müssen die genauen Hintergründe noch geklärt werden. Dennoch verdichten sich laut "Krone" die Anzeichen dafür, dass eine Wiener Leiharbeitsfirma als Virenschleuder fungiert haben könnte. Diese beschäftige vor allem Personen aus dem afrikanischen und arabischen Raum. 

Die Mitarbeiter dieser Firma wurden in verschiedenen Logistikzentren eingesetzt. Auch eine Logistikzentrale eines großen Möbelhauses in Wien-Floridsdorf soll mit insgesamt sechs Corona-Fällen, die im Zusammenhang mit der Leiharbeitsfirma stehen könnten, betroffen sein. "Als strategische Reserve der Republik sind wir da, wenn man uns braucht. Soldatinnen und Soldaten erfüllen jede Aufgabe mit dem größten Einsatz", erklärt Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). In Wien verzichtet die Post übrigens aus freien Stücken auf Mithilfe des Bundesheers, wie "Heute"bestätigt wurde. 

Mario Dujakovic, der Pressesprecher von SPÖ-Stadtrat Peter Hacker, führt auf Twitter aus, dass die Initiative der Stadt Wien Schlimmeres verhindert habe. Anstatt zu warten bis Betroffene Symptome zeigen und die Corona-Hotline 1450 anrufen, habe die Stadt Wien größere Zusammenhänge aufdecken können. 

Denn die Fälle, die zur Evakuierung einer Einrichtung in Wien-Erdberg und eine Unterbringung in der Messe-Wien geführt haben, wurden zurückverfolgt. So ergab es sich, laut Dujakovic, dass auf Betreiben der Stadt Wien herausgefunden wurde, dass fünf Personen für die Leiharbeitsfirma tätig sind. Durch Contact Tracing konnte festgestellt werden, dass eine erkrankte Person mit jener Kindergarten-Betreuerin verheiratet ist, die im "Corona-Kindergarten" in Wien-Liesing tätig ist.

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