Kirche will besonders gefährdete Afghanen aufnehmen

Die Kirche appelliert an die österreichische Regierung, "zumindest einigen" besonders gefährdeten Afghanen in Österreich Schutz zu gewähren.

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich fordert von der heimischen Bundesregierung, sich am Aufnahmeprogramm des UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR für Flüchtende aus Afghanistan zu beteiligen. Österreich solle dabei "zumindest einigen besonders gefährdeten Menschen aus Afghanistan in Österreich Schutz und Zuflucht gewähren", berichtet "Kathpress". Man dürfe Hilfe vor Ort und die legale Aufnahme von Menschen in Österreich nicht gegeneinander ausspielen, heißt es.

Die Regierung könne mit der Aufnahme nicht nur "ein Signal der Menschlichkeit und des Mitgefühls an die Welt senden", sondern auch Menschen vor Terror und Tod in Sicherheit bringen, so eine Erklärung des Vorstands des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ). Dass über den UNHCR Flüchtling geregelt aufgenommen würden, mache auch den Vorwurf obsolet, man leiste dem kriminellen Schlepperwesen Vorschub, so die Kirche. 

"Als Christinnen und Christen ist es unsere Aufgabe, uns dafür einzusetzen, dass Leben geschützt und gerettet werden"
Frage der Woche: Soll Österreich jetzt afghanische Flüchtlinge aufnehmen?
Frage der Woche: Soll Österreich jetzt afghanische Flüchtlinge aufnehmen?"Unique Research"

Hilfe vor Ort allein sei nicht genug, denn diese "kommt bei einem realistischen und nicht von innenpolitischem Kalkül motivierten Blick in der aktuellen Situation an ihre Grenze", so der ÖRKÖ. Der ÖRKÖ weist zudem darauf hin, dass es in den Kirchen in Österreich auch Mitglieder afghanischer Herkunft gibt, "die in diesen Tagen um das Leben ihrer Familien bangen": "Wir sind darum bemüht, diesen Menschen seelsorgerlich beizustehen und sie mit unseren Gebeten zu unterstützen."

"Als Christinnen und Christen ist es unsere Aufgabe, uns dafür einzusetzen, dass Leben geschützt und gerettet werden", so der ÖRKÖ. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte zur Afghanistan-Krise jüngst gesagt: "Ich bin klar dagegen, dass wir jetzt freiwillig mehr Menschen aufnehmen und das wird es unter meiner Kanzlerschaft auch nicht geben." Das Ergebnis der "Heute"-Frage der Woche (500 Befragte von 16. bis 19. August, maximale Schwankungsbreite +/- 4,4 Prozent) untermauert seine Ansage: Eine "klare Mehrheit" (60 Prozent) wolle auch in der aktuellen Situation keine Flüchtlinge aus Afghanistan aufnehmen. Nur 34 Prozent sind dafür.

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