Burgenland

Kittsee-Drama – Schlepper rast Menschen in den Tod

Ein Verkehrsunfall auf der A6 bei Kittsee hat am Samstag mehrere Tote gefordert. Mittlerweile ist klar: es handelt sich um den Wagen eines Schleppers.

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    Schwerer Unfall auf der A6 bei Kittsee (Bgld.) am Samstag: Laut Erstinfo soll ein Kleinbus verunfallt sein. Die Autobahn wurde im Bereich Kittsee komplett gesperrt.
    Schwerer Unfall auf der A6 bei Kittsee (Bgld.) am Samstag: Laut Erstinfo soll ein Kleinbus verunfallt sein. Die Autobahn wurde im Bereich Kittsee komplett gesperrt.
    Thomas Lenger/ monatsrevue.at

    Auf der Nordost-Autobahn(A6) ereignete sich am Samstag ein tragischer Verkehrsunfall. Der Lenker eines weißen Lieferwagens kam von der Autobahn beim Grenzübergang Kittsee ab und verunfallte schwer – "Heute" berichtete. Ersten Infoamtionen zufolge handelte es sich dabei um einen illegalen Schlepper, der Flüchtlinge auf der Ladefläche transportierte. Dies konnte nun auch von den Behörden bestätigt werden.

    Der verdächtige Autolenker kam direkt beim Grenzübergang in eine Kontrolle. Statt stehen zu bleiben, stieg der Mann aber auf das Gaspedal und flüchtete in Richtung Österreich. Offensichtlich verlor er dabei die Beherrschung über das Fahrzeug und verursachte so den tragischen Unfall. Laut Polizeisprecher Helmut Marban befanden sich in dem Kleinbus 20 Menschen - darunter auch vier Kinder.

    Einige Stunden nach dem Unfall gibt es die traurige Gewissheit: Mindestens drei Personen kamen bei dem Crash ums Leben. Sie verstarben noch an der Unfallstelle. 17 Menschen wurden verletzt, sieben davon schwer. Die Verletzungen wurden mit Rettungswägen und Hubschraubern in umliegende Krankenhäuser gebracht.

    "Tragische Tod zeigt Brutalität der Schleppermafia"

    "Der tragische Tod von drei Menschen am Grenzübergang Kittsee/Jarovce zeigt einmal mehr die Brutalität und Skrupellosigkeit der Schleppermafia. Menschen werden mit völlig falschen Versprechungen gelockt und riskieren dabei ihr Leben. Das entschlossene Vorgehen gegen diese Form der organisierten Kriminalität ist aktueller und wichtiger denn je. Wie der heutige Vorfall einmal mehr zeigt, zählt das Leben von Menschen für die Schleppermafia nichts – ihr Tod wird einfach in Kauf genommen", erklärte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).

    Und der Landtagsabgeordneter Ewald Schnecker (SPÖ) kritisierte: "Dieser tragische Vorfall zeigt einmal mehr, dass man die Probleme nicht durch Rhetorik und PR lösen kann, sondern indem man die Realitäten akzeptiert und politische Lösungen sucht und umsetzt. Davon ist aber die Bundesregierung meilenweit entfernt. Wir brauchen schnellstens Verfahrenszentren außerhalb Europas. Das würde Schleppern das Geschäftsmodell entziehen und Menschen vor gefährlichen Fluchtwegen bewahren", forderte Schnecker gegenüber dem ORF.

    Immer mehr Schlepper-Kriminalität

    In den letzten Monaten hatte die Zahl der Schleppungen massiv zugenommen - mehr dazu hier. In den letzten Jahren hatte es immer wieder Tragödien rund um geschleppte Menschen gegeben. In einem Lieferwagen waren 2015 bei Parndorf (Burgenland) 71 Flüchtlinge erstickt, im Oktober 2021 starben zwei Geschleppte im Burgenland - mehr dazu hier.

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