Ein Millionen-Schatz sorgt weiter für Schlagzeilen: Das Vermögen des sogenannten Schamanen-Clans bleibt beim Staat. Der Verfassungsgerichtshof wies die Anträge der Verurteilten ab – die sichergestellten Werte dürfen somit eingezogen werden. Damit ist fix nun fix: Die Millionen-Beute fließt in den Bundeshaushalt. Dem Vernehmen nach gehen 80 Prozent an das Justizressort und 20 Prozent an das Innenressort, wie die "Kronen Zeitung" berichtet.
Während des Verfahrens gegen den Clan wurden die Bargeld-Beute in der Höhe von rund vier Millionen Euro, zwei Millionen Schweizer Franken und die Wertgegenstände vom Staat einbehalten. Die Familie zog vor den Verfassungsgerichtshof, war sich sicher, dass man gegen die in der Europäischen Menschenrechtskonvention garantierte Unschuldsvermutung verstieß.
Der Verfassungsgerichtshof folgte dieser Argumentation jedoch nicht. "Die Bestimmung des erweiterten Verfalls ist, entgegen der Behauptung der Antragsteller weder eine Strafe noch eine strafähnliche Maßnahme, sondern eine präventiv-ordnende Abschöpfungsmaßnahme eigener Art, mit der einer gegenwärtigen Störung der Vermögensordnung begegnet werden soll", heißt es in der Entscheidung.
Die Hintergründe: Bei einer Razzia in der Villa eines angeblichen "Schamanen-Clans" machten Ermittler eine außergewöhnliche Entdeckung. In Einkaufstaschen unter einem zubetonierten Schwimmbecken fanden sie unter anderem 25 Kilogramm Goldbarren, Schmuck und Bargeld.
Der Gesamtwert des sichergestellten Vermögens betrug mehr als zehn Millionen Euro. Dem standen Opferforderungen von rund 1,7 Millionen Euro gegenüber. Laut Ermittlungen soll die Familienbande ihr Geld großteils mit sogenannten reinigenden Ritualen verdient haben.
Die mutmaßliche Haupttäterin, Schamanin "Amela", ist weiterhin flüchtig. Drei Familienmitglieder wurden im vergangenen Dezember in Wien zu Haftstrafen verurteilt.