"Kleine Verkehrssünden, wie etwa ein Spurwechsel ohne Blinken, können zum Verkehrszusammenbruch führen", warnt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Besonders in der aktuellen Urlaubszeit geht der Verkehr auf den Hauptverkehrsrouten oft nur stockend voran.
Um so wichtiger ist es dann, als Autofahrer im Kolonnenverkehr gedanklich nicht schon am Strand, sondern auf der Straße zu sein. Der ÖAMTC rät, sieben wichtige "Gebote" zu beachten:
Abstand halten: Auch bei niedrigen Geschwindigkeiten ist ein Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug notwendig.
Fahrstreifen beibehalten: Gerade bei hohem Verkehrsaufkommen ist das Beibehalten der Fahrspur für den gesamten Verkehrsablauf wichtig.
Einordnen lassen: Bei Einmündungen oder Engstellen durch Unfälle, Pannen oder Baustellenbereiche hält das sogenannte Reißverschluss-System den Verkehr flüssig.
Rechtsfahr-Gebot beachten: Chronische Linksfahrer:innen provozieren nachfolgende Autofahrer:innen zum Hetzen, Hupen und Drängen.
Gefahrenstellen zügig passieren: Häufig behindern Schaulustige das Vorbeifahren an einer Unfallstelle. Wichtig ist es, sich in beiden Fahrtrichtungen auf die Weiterfahrt zu konzentrieren und die Einsatzkräfte nicht zu behindern.
Vorausschauend fahren: Das Vermeiden von plötzlichen Fahrmanövern ist das Um und Auf eines partnerschaftlichen Miteinanders auf der Straße. Dazu gehört z. B. rechtzeitiges Blinken bei Fahrstreifen-Wechsel.
Nerven bewahren: Besonnenheit ist gerade in Stress-Situationen gefragt.
Die ÖAMTC-Expertin appelliert: "Aggressivität und Egoismus können im Straßenverkehr ansteckend sein. Aber es funktioniert auch andersherum. Rücksichtnahme – beispielsweise beim Einordnen – wird dankbar angenommen und oft ebenfalls weitergegeben. Auch zwischen verschiedenen Gruppen – also egal ob Personen zu Fuß, mit innovativen Mobilitätsformen, mit Fahrrad, E-Bike, motorisiertem Zweirad oder mit dem Auto unterwegs sind. Mehr Abstand, mehr Blickkontakt sowie zeitgerechte Abbiege- oder Handzeichen sind das A und O eines erfolgreichen Miteinanders im Straßenverkehr."