In Peking ist am Freitag ein Kleinflugzeug offenbar direkt in den größten Wolkenkratzer der Stadt geflogen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, dass in der Glasfassade eines der oberen Stockwerke des 528 Meter hohen Citic Tower ein Loch klaffte. Auf einem Video, das ein Augenzeuge gemacht hat, sieht man Feuerwehrleute beim Löschen eines Brandes und ein Trümmerteil, das scheinbar von einem Kleinflugzeug stammt, am Boden vor dem Gebäude.
Die Polizei hat das Hochhaus abgesperrt. Auch Rettungswagen und Reinigungstrupps waren vor Ort. Die Polizei in Peking wollte zu dem Vorfall keine Stellungnahme abgeben. Ein Augenzeuge, der anonym bleiben wollte, sagte zu AFP: "Ich weiß nicht, warum das Flugzeug hier reingeflogen ist. Es ist wirklich sehr seltsam."
Ein Mann, der im Wolkenkratzer gearbeitet hat, erzählte: "Auf dem Weg nach draußen habe ich Trümmer gesehen. Es sah aus wie ein Teil eines Flugzeugs." Eine Frau berichtete, sie habe das Hochhaus über das Stiegenhaus verlassen müssen, weil die Aufzüge gesperrt waren. "Ich bin in Eile dutzende Stockwerke hinuntergelaufen", sagte sie.
Eine andere Frau war sichtlich schockiert: "Das hier ist Peking. Im Ausland passiert so etwas öfter, aber in China dürfte es eigentlich nicht passieren." Ein Student meinte, er habe in einem Online-Forum für Flugzeugfans von dem Absturz gelesen und sei sofort hingefahren. Fotos und Beiträge im Internet seien aber schnell gelöscht worden.
Der Citic Tower hat 108 Stockwerke. In den Büros arbeiten bis zu 12.000 Menschen. In China gibt es strenge Regeln für die Luftfahrt, vor allem in Peking. Seit April ist der Verkauf von Drohnen in der Hauptstadt verboten. Für jeden Einsatz muss eine Genehmigung eingeholt werden.