Klima-Kids mögen Amazon nicht, kaufen trotzdem dort ein

Amazon ist unbeliebt, wird aber rege genutzt.
Amazon ist unbeliebt, wird aber rege genutzt.Reuters
Eine Umfrage zum Markenbewusstsein zeigt, dass Umwelt-Aktivisten zwar kritisch gegenüber Unternehmen sind, den Konsum aber nicht stoppen.

Die "Fridays for Future"-Bewegung sorgt bei jungen Menschen für ein Umdenken im Umgang mit Konsumgütern und Lebensmitteln. So informieren sich Teilnehmer der Demonstrationen verglichen mit Nichtteilnehmenden häufiger über eine Marke, bevor sie sie kaufen (33 Prozent vs. 25 Prozent) und unterstützen vor allem Marken, die sie mit ihrem Gewissen vereinbaren können (46 Prozent vs. 41 Prozent) und die die Welt ein bisschen besser machen (41 Prozent vs. 27 Prozent). Das besagt eine neue Studie der Jom Group, einer Agentur für Marketingkommunikation.

CO2-Bilanz wichtig

Nachhaltigkeit wird für die befragten Personen vor allem am Thema Umwelt festgemacht. So sind Ressourcenschonung und die CO2-Bilanz für rund 46 Prozent das ausschlaggebende Kriterium. Mit deutlichem Abstand folgen Qualität wie beispielsweise Bio-Zertifizierungen oder faire Arbeitsbedingungen.

Alverde, die Eigenmarke der Drogeriemarktkette dm, sowie die Bio-Supermarktkette Alnatura stehen im Bereich Spontannennungen ganz oben. Die Befragten konnten außerdem eine Auswahl von 26 Marken aus den Branchen Lebensmittel, Transport, Handel, Textil, Versicherung, KFZ und Unterhaltung bewerten. Hier zeigt sich, dass rund 64 Prozent den Marken kritisch gegenüberstehen. Besonders Lufthansa (84 Prozent), New Yorker (85 Prozent) und McDonald's (87 Prozent) haben laut der jungen Zielgruppe wenig mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun. Positiv werden hingegen, insbesondere bei den aktiven "Fridays for Future"-Teilnehmern, Tesla und Jack Wolfskin wahrgenommen.

Sogar Amazon-Feinde kaufen bei seinem Online-Händler: Jeff Bezos.
Sogar Amazon-Feinde kaufen bei seinem Online-Händler: Jeff Bezos.picturedesk.com

Bei Lieblingsmarken inkonsequent

Wenn es um die Lieblingsmarken geht, verhält sich die junge Generation inkonsequent. So bewerteten 62 Prozent den Sporthersteller Adidas als eher nicht nachhaltig, für 77 Prozent kommt ein Kauf von Adidas-Artikeln jedoch in Frage. Ähnlich sieht es bei H&M aus. Für 75 Prozent steht das Unternehmen zwar nicht für Nachhaltigkeit, der Kauf ist für 68 Prozent jedoch eine Option.

Sehr auffällig ist außerdem Amazon: Während 74 Prozent das Unternehmen als nicht nachhaltig ansehen, geben 85 Prozent an, dass ein Kauf für sie trotzdem in Frage kommt. Für 36 Prozent kommt ein Kauf sogar auf jeden Fall in Frage.

"Die junge Generation befindet sich, allem Anschein nach, aktuell noch in einem gewissen Dilemma. Sie ist hin- und hergerissen zwischen trendigen 'Love-Brands' wie Adidas oder Nike und dem konsequenten Umsetzen der eigenen Überzeugung bei der Priorisierung von Marken", kommentiert Volker Neumann, Managing Director der Jom Group, in einer Aussendung.

Über die Studie

Die Jom Group befragte 672 Personen im Alter von 16 bis 22 Jahren anhand von 20 offenen und gestützten Fragen zu ihrem Umgang mit Marken. 300 Personen der Stichprobe gaben an, mindestens einmal an einer "Fridays for Future"-Demonstration teilgenommen zu haben. Die Erhebung selbst erfolgte Ende Februar 2020 über eine Mobile-/Online-Befragung.

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