Der Umwelt zuliebe bevorzugt "Heute"-Leser Rudolf (67) das Fahrrad als Fortbewegungsmittel. Für längere Strecken benutzt der Weinviertler zusätzlich den Zug oder die S-Bahn. "Da ich ein Klimaticket innerhalb von Österreich besitze, ist das mehr als praktisch", erzählt er. Immer mit im Gepäck: sein treues Fahrrad. So auch an jenem Sonntag, als der 67-Jährige von Steyr nach Linz reiste.
Wenige Minuten nach Fahrtantritt erschien der Zugbegleiter, um die Fahrtickets zu kontrollieren. Rudolf händigte ihm das Klimaticket aus. Das reichte dem Kontrolleur allerdings nicht. Er bestand auf ein zusätzliches Ticket für das mitgebrachte Fahrrad.
"Ich war der Meinung, dass ich aufgrund meines Klimatickets keinen Extra-Fahrschein benötige, insofern hatte ich keinen dabei", so der 67-Jährige. Er versuchte, seine Situation zu erklären, bat auch darum, ein Ticket nachkaufen zu können. Alles ohne Erfolg. Kurz darauf erhielt er nämlich eine Strafe in Höhe von 135 Euro.
"Das ist eine Frechheit. Der zusätzliche Fahrschein kostet nur zwei Euro und jetzt soll ich eine derart hohe Summe bezahlen? Da möchte man eigentlich etwas Gutes für die Umwelt tun und wird abgestraft. Die Nachforderungen machen ganze 10 Prozent meiner Pension aus", so der Klimafreund.
"Heute" kontaktierte daraufhin die ÖBB. Auf die Frage, warum die Strafe gleich hoch ausfällt wie beim Fahren gänzlich ohne Ticket, ging diese nicht ein: "In den ÖBB-Nahverkehrszügen setzen wir auf Selbstbedienung. Für den Fahrgast bedeutet das, er muss bereits vor dem Zustieg ein gültiges Ticket kaufen. Dies gilt für Personen, aber auch Fahrräder oder Hunde. Ein Kauf im Zug ist nicht möglich. Das Klimaticket Österreich beinhaltet die Fahrradmitnahme in diesem Fall nicht", so ÖBB.