"Ich kann keinen Freitag ohne Streik verbringen"

Video: Heute.at/Video 3
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Was hat sich 2019 im Bezug auf die Klimakrise getan und was steht uns 2020 bevor? Julia Schinko von "Fridays For Future Vienna" erklärt, was passiert, wenn die Klimaziele nicht erreicht werden.
"Wessen Zukunft?", ruft Julia Schinko bei der letzten Klimademo 2019 am Platz der Menschenrechte im Wiener Museumsquartier. "Unsere Zukunft", brüllen rund ein Dutzend Demonstranten zurück. Trotz Feiertagen und niedriger Temperaturen haben sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene versammelt, um, wie mittlerweile jeden Freitag, auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Seit einem Jahr ist auch Studentin Julia Schinko jeden Freitag bei der Klimademo dabei. Im Interview erzählt die 20-Jährige, die ein Mitglied der "Fridays For Future"-Bewegung in Wien ist, wie wichtig 2019 für den Klimaschutz war und was sich die Bewegung von der neuen Regierung erwartet.

Studentin Julia Schinko: "Plötzlich waren 30.000 Leute auf der Straße"


"Das Jahr 2019 ist wahrscheinlich eines der unglaublichsten Jahre, das ich jemals erlebt habe. Mein erster Klimastreik war im Jänner. Seitdem wusste ich, ich kann nicht mehr einen Freitag ohne Streiken verbringen. Ich habe von Anfang an gespürt, dass das etwas wird, das Veränderung bringen kann. Das konnten wir uns am Anfang aber noch überhaupt nicht vorstellen", so Schinko. Was mit Greta Thunberg anfing, wurde schnell zur größten Klimaschutzbewegung weltweit. Besonders in Erinnerung geblieben ist der Studentin der erste weltweite Klimastreik am 15.3.2019. "Es war unglaublich. Ganze Schulklassen sind mit ihren schönsten Streikschildern gekommen und plötzlich waren wir 30.000 Leute auf der Straße."

Hitze, Dürre, Überflutungen



Die Umweltschützer fordern dieses Jahr besonders von der neuen Regierung Unterstützung: "Es muss jetzt gehandelt werden. Wir wollen, dass das 1,5-Grad-Ziel eingehalten wird und wir fordern Maßnahmen von der Politik, damit wir nicht mehr streiken müssen", erklärt Schinko. "Wir stellen uns als 'Fridays For Future' hinter die Wissenschaft, um zum Handeln aufzufordern." Was passiert, wenn nicht gehandelt wird, ist für die junge Wienerin und viele andere Klimademonstranten sonnenklar: "Wenn gar keine Maßnahmen getroffen werden, dann haben wir mit einer extremen Erwärmung zu rechnen. Das heißt bis zu vier Grad und mehr. Das würde dazu führen, dass das Leben auf der Erde, so wie wir es jetzt kennen, nicht mehr möglich wäre. Hitze, Dürre, Überflutungen – ganze Kontinente würden nicht mehr lebenswert sein. Man spürt es ja jetzt schon. Der Winter ist anders, als er vor ein paar Jahren war."

CommentCreated with Sketch.49 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Damit diese schrecklichen Szenarien nicht eintreten, appellieren "Fridays For Future" jetzt besonders an Türkis-Grün: "Wir wünschen uns, dass die Politik das Thema ernst nimmt, wirkliche Maßnahmen setzt und ambitioniert handelt. Die Regierung entscheidet über unser aller Zukunft und hat eine historische Verantwortung!"



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