Gesundheit

Knapp am Tod vorbei – Frau trank 3 Liter Wodka täglich

Nachdem ihre Alkoholsucht völlig außer Kontrolle geraten war, gaben die Ärzte einer Mutter aus England nur noch einen Tag zu leben.
Sabine Primes
04.07.2023, 21:47
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Charlotte Durcan aus Colne in Lancashire (England) betrachtete sich selbst immer als Nichttrinkerin, nur gelegentlich habe sie ein Glas getrunken. Vor drei Jahren geriet die Situation allerdings außer Kontrolle. Die junge Frau trank drei Liter Wodka pro Tag, hatte Blackouts, zitterte, schwitzte und hatte Krampfanfälle. Schon in der Früh würde die 2-fache Mutter einen halben Liter Wodka pur trinken, nur um nicht mehr zu zittern. Als Durcan feststellte, dass sie nicht mehr ohne Alkohol auskam, wusste sie, dass sie ein Suchtproblem hatte. "Ich habe bis zum Äußersten getrunken – das ist meine Persönlichkeit. Ich mache keine halben Sachen", so die 30-Jährige heute.

"Ich habe mein ganzes Geld für Getränke ausgegeben. Und wenn es knapp wurde, habe ich meine Familie gebeten, mir etwas zu trinken zu holen. Von ihnen habe ich aber meist nur Wein bekommen, der mich aber nicht beeinträchtigte." Durcan brauchte Wodka, um einen Unterschied zu spüren.

Keine 24 Stunden mehr

Nach einem weiteren Blackout landete sie zum ersten Mal im Krankenhaus. Sie blieb einige Tage dort und wurde dann nach Hause entlassen. Obwohl sie während des Aufenthalts vier Tage lang nichts getrunken hatte, fing sie nach ihrer Rückkehr "sofort wieder an zu trinken" und landete erneut im Spital. Dieser Kreislauf wiederholte sich etwa drei oder vier Mal. "Beim letzten Mal landete ich mit multiplem Organversagen auf der Intensivstation", erzählte die ehemalige Alkoholikerin. "Ich hatte Herzversagen, Leberversagen, Nierenversagen und sie mussten mir zwei Liter Flüssigkeit aus der Lunge entnehmen. Ich lag auf der Intensivstation und meine ganze Familie kam, um sich von mir zu verabschieden." Die Familie besuchte ihr Bett um 2 Uhr morgens, nachdem die Ärzte das Schlimmste prognostizierten und die junge Frau nur noch 24 Stunden zu leben hätte. Doch wie durch ein Wunder überlebte Duncan und wurde schließlich in eine Reha-Klinik überstellt. 

Seit 11 Monaten nüchtern

Heute ist die Mutter seit 11 Monaten nüchtern und arbeitet ehrenamtlich in der Alkoholaufklärung. Im Mittelpunkt stehen Menschen mit Suchtproblemen, die äußerlich vielleicht nicht leiden, aber mit ihren inneren Dämonen kämpfen, die manchmal tödlich enden können. "Ich versuche das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass es einem buchstäblich so schnell passieren kann, ohne dass man es überhaupt merkt, und dass es dann für manche Menschen zu spät sein kann."

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