Köstinger streitet sich öffentlich mit Supermarkt

Eine Billa-Filiale von außen. (Symbolbild)
Eine Billa-Filiale von außen. (Symbolbild)Rob Welham / Camera Press / picturedesk.com
Die Landwirtschaftsministerin kritisiert den schlechten Ton der Billa-Chef-Etage ihr gegenüber. Der Supermarkt wirft der Ministerin selbiges vor.

Die österreichische Öffentlichkeit bleibt derzeit nicht von einem Kleinkrieg durchaus ungewöhnlicher Streitparteien verschont. Im Zentrum stehen die ÖVP-Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und ein Supermarkt-Konzern. Angefangen hat die Auseinandersetzung aber doch mit Sachpolitik.

Elisabeth Köstinger setzte sich für die Bauern und Landwirte ein, die gegen die heimischen Lebensmittelkonzerne am kürzeren Ast sitzen würden. "Das sind zum Teil erpresserische Zustände. Wer sich wehrt, wird ausgelistet. Das ist kein fairer Wettbewerb, das sind unfaire Praktiken", sagte sie im "Profil". Aus der ÖVP-nahen Wirtschaftskammer kam Widerstand, die Landwirtschaft hingegen solidarisierte sich mit der Ministerin.

"Die pauschalen und unsachlichen Unterstellungen sowie die deplatzierte Wortwahl von Bundesministerin Elisabeth Köstinger weisen wir im Namen der gesamten Branche auf das Schärfste zurück", so Christian Prauchner, Bundobmann des Lebensmittelhandels in der WKÖ. "Frau Ministerin Köstinger verkennt offenbar die wirtschaftlichen Fakten."

Aussprache

Billa schlug der Ministerin deswegen eine Aussprache am 4. Oktober vor. Doch darauf reagierte diese alles andere als erfreut. Sie halte es für einen schlechten Stil, einen Termin zu diktieren und ihr medial auszurichten, sagte sie laut "APA". Das sei exemplarisch für die Denkweise der Handelskonzerne, die keine Rücksicht auf andere nehmen und meinen, ihnen alles vorsetzen zu können. Wie es der Zufall so will, sei sie an diesem Tag verhindert.

Die Supermarktkette reagierte stark irritiert. "Wir haben selbstverständlich im Vorfeld der öffentlichen Einladung eine persönliche schriftliche Einladung direkt an die Frau Bundesministerin bzw. ihr Büro geschickt. Und als solche – nämlich Einladung – war das gedacht und formuliert", sagte REWE-Sprecherin Ines Schurin zur "APA".

Auf diese Einladung habe der Konzern aber schlichtweg keine Antwort erhalten. Selbstverständlich hätte man den Termin ansonsten ausdiskutiert. "Das Gesprächsangebot steht aber nach wie vor", wenngleich man die Tonalität von Köstingers Antwort "sehr befremdlich" findet.

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