Koller nur mit Schiedsrichter unzufrieden

Der Ärger über das Ende der Serie ohne Niederlagen war bei Marcel Koller schneller verraucht als jener über die gravierenden Fehlentscheidungen von Schiedsrichters William Collum (SCO). Der ÖFB-Teamchef lobte seine Elf nach dem 1:2 gegen Brasilien in höchsten Tönen.

Der Ärger über das Ende der Serie ohne Niederlagen war bei Marcel Koller schneller verraucht als jener über die gravierenden Fehlentscheidungen von Schiedsrichters William Collum (SCO). Der ÖFB-Teamchef lobte seine Elf in höchsten Tönen.

"Ich glaube, wir haben ein gutes Spiel von uns gesehen. Wir haben aus dem Spiel nicht viele Chancen zugelassen, sind defensiv gut gestanden und jeder hat alles aus sich herausgeholt", meinte der Schweizer nach der Partie. "Die Mannschaft hat umgesetzt was wir uns vorgenommen haben." Koller gab zu bedenken, dass sein Team nur eine Trainingseinheit hatte, um sich taktisch auf Brasilien einzustellen. "Ich bin richtig stolz. Die Spieler haben gezeigt, dass sie in kürzester Zeit etwas aufnehmen und gegen eine Top-Nation umsetzen können."

 
 

 Völlig unzufrieden war er mit dem schottischen Referee. "Der Schiri war aus meiner Sicht nicht ganz auf der Höhe. Schade für so ein gutes Spiel", ärgerte sich Koller über Collum. "Beim ersten Tor gab es ein klares Foulspiel", erinnert Koller an die Szene, als Torschütze David Luiz seinen Bewacher Stefan Ilsanker vor dem entscheidenden Kopfball am Trikot zu Boden riss. Collum ahndete die Szene ebenso wenig wie den Schlag von Fernandinho in Veli Kavlaks Gesicht, der eine Platzwunde zur Folge hatte.

Koller ging deshalb nach der Partie auf den Schiedsrichter zu. "Ich fragte ihn, ob er die Karten zu Hause gelassen hat." Eine Antwort bekam er aber nicht. Für Koller war das Spiel der Brasilianer vor allem in der ersten Halbzeit zu hart. "Ich war überrascht, dass der Schiedsrichter nie Gelb gezeigt hat. Er hätte früher eingreifen müssen", fand der Teamchef. Insgesamt gab es im Spiel nur eine gelbe Karte gegen Rubin Okotie wegen Handspiels, die für Koller völlig in Ordnung ging.

Ein wenig Verbesserungsbedarf sah Koller auch in den Situationen vor dem Torabschluss. "Vorne sind wir manchmal zu hastig, da brauchen wir mehr Ruhe", urteilte der Schweizer für den das 2:1 durch Firminho in der 83. Minute, ein "Sonntagsschuss" war. Laut Koller war seine Mannschaft in dieser Situation defensiv nicht optimal organisiert, was auch den schwindenden Kräften geschuldet war. "Die Brasilianer hatten fünf und wir nur zwei Tage Erholung. Bei uns waren auch einige Spieler angeschlagen. Man darf aber bei solchen Top-Mannschaften keine Sekunde nachlassen."

Positives Fazit

Nach einem Länderspieljahr mit nur einer Niederlage bei zehn Spielen fällt das Resümee naturgemäß positiv aus. Der Teamchef sieht aber nicht nur bei der Mannschaft eine Entwicklung. "Wenn wir die Zeit ein bisschen zurückdrehen - nach dem 1:2 im WM-Quali-Spiel gegen Deutschland haben alle gejubelt und das gut gefunden. Das habe ich nicht verstanden." Jetzt seien die Ansprüche und das Selbstvertrauen gewachsen. "Leider ist die Serie zu Ende. Wir hätten heute gerne ein Remis geholt. Aber die Spieler haben gezeigt, dass sie sich gegen eine Top-Nation nicht zurückhalten müssen und Fußballspielen können."

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