Grenzpakt

Kolumbien und Venezuela im Kampf gegen die Mafia

Kolumbien und Venezuela verstärken ihre Zusammenarbeit an der Grenze, um gegen kriminelle Banden und für Energiesicherheit vorzugehen.
Newsdesk Heute
25.04.2026, 08:56
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der kolumbianische Staatschef Gustavo Petro hat bei seinem Besuch in Venezuela mit der dortigen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez eine militärische Zusammenarbeit vereinbart. Ziel ist es, gemeinsam kriminelle Banden an der Grenze zu bekämpfen. Petro erklärte am Freitag in Caracas, dass die Nachbarländer eng zusammenarbeiten wollen, "um die Menschen an der Grenze von den Mafias zu befreien".

Petro wies auf mehrere illegale Aktivitäten entlang der rund 2.200 Kilometer langen Grenze hin. Dazu zählen der Schmuggel von Kokain, illegal gefördertem Gold und seltenen Erden sowie Menschenhandel. Er war der erste ausländische Staatschef, der nach der Gefangennahme des langjährigen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro nach Venezuela gereist ist.

Maduro war am 3. Jänner bei einem US-Militäreinsatz in Caracas festgenommen und nach New York gebracht worden. Dort soll ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden.

Rodríguez betonte, dass die Vereinbarung mit Kolumbien neben der militärischen Zusammenarbeit auch einen sofortigen Austausch von Informationen zwischen den beiden Ländern vorsieht. Außerdem soll die Sammlung von Informationen ausgeweitet werden. Beide Regierungen hätten "einen sehr ernsthaften, sehr umfassenden Ansatz im Kampf gegen kriminelle Banden".

Gemeinsam Gas in andere Staaten exportieren

Beim Treffen wurde laut Rodríguez auch über die Zusammenarbeit im Energiebereich gesprochen. Besonders ging es um den Stromanschluss für den Westen Venezuelas, wo es immer wieder zu Stromausfällen kommt. Die Vernetzung der Gasleitungen beider Länder könnte bald abgeschlossen sein, sagte die Übergangspräsidentin. Damit könne Venezuela nicht nur Erdgas nach Kolumbien liefern, sondern beide Länder könnten auch gemeinsam Gas in andere Staaten exportieren.

Venezuela hat zwar die größten Erdölvorkommen der Welt, doch die Infrastruktur ist stark heruntergekommen. Jetzt arbeitet das Land daran, den Erdgas-Sektor auszubauen. Die USA hatten 2019 ein Embargo auf Erdöl und Gas aus Venezuela verhängt. US-Präsident Donald Trump lockert diese Sanktionen aber mittlerweile schrittweise.

Auf Druck der USA hat Venezuela seine Gesetze für fossile Energieträger und die Regeln für den Bergbau geändert. Damit soll der Sektor für private Firmen, besonders für US-Unternehmen, geöffnet werden. Übergangspräsidentin Rodríguez empfing am Freitag auch den neuen Chef der US-Diplomaten in Venezuela, John Barrett, wie auf Bildern des Staatssenders VTV zu sehen war.

{title && {title} } red, {title && {title} } 25.04.2026, 08:56
Jetzt E-Paper lesen