Weil ein Berliner Kondomhersteller damit wirbt, dass seine Packung mit sieben Kondomen ganzen 21 Orgasmen entspricht, wurde er von einer Konkurrenzfirma verklagt. Diese sieht eine Gefährdung der Volksgesundheit, weil es Kunden dazu animiere, Kondome wiederzuverwenden. Das angeklagte Unternehmen verteidigt sich: Es sei ja nicht die Rede von drei männlichen Orgasmen.
Weil ein Berliner Kondomhersteller damit wirbt, dass seine Packung mit sieben Kondomen ganzen 21 Orgasmen entspricht, wurde er von einer Konkurrenzfirma verklagt. Diese sieht eine Gefährdung der Volksgesundheit, weil es Kunden dazu animiere, Kondome wiederzuverwenden. Das angeklagte Unternehmen verteidigt sich: Es sei ja nicht die Rede von drei .
Die beiden Berliner Unternehmen "Einhorn" und "Fair Squared" sind Konkurrenten: Beide stellen faire und nachhaltige Kondome her. Der Konkurrenzkampf brachte die beiden Firmen nun vor das Berliner Landesgericht. "Einhorn" erklärt auf seinen Kondompackungen nämlich: "1 Tüte à 7 Stück entspricht bis zu 21 Orgasmen."
Für Konkurrenten "Fair Squared" ist das irreführende Werbung. Es werde impliziert, dass ein Kondom für drei Orgasmen reichen würde, rechnet die Firma dem Landesgericht vor. Diese Anregung, Kondome wiederzuverwenden, sei in Hinblick auf Geschlechtskrankheiten und ungewollte Schwangerschaften sogar gefährlich.
"Wieso sollte Frau nicht auch kommen?"
Der "Einhorn"-Gründer Philip Siefer verteidigt den Schmäh : "Klar, der Mann sollte mit einem Kondom nur einmal kommen - aber wieso sollte die Frau nicht auch noch kommen? Vielleicht sogar zweimal?" Die Beschreibung sei natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen wie etwa auch die Angabe "Kann Spuren von Feenstaub enthalten".
Die Konkurrenz kann darüber nicht lachen: "Kondome sind ein Medizinprodukt. Aussagen darüber sollten eindeutig sein, nicht witzig", so "Fair Squared". Der Ansicht war auch das Landesgericht und stellte fest, dass der Aufdruck "zur Täuschung geeignet" sei und ihn verboten.
Das beklagte Unternehmen wollte sich nicht unterkriegen lassen und rief Ende August einen Flashmob am Brandenburger Tor mit dem Slogan "Yes we cum" aus. Der leidenschaftliche Konkurrenzkampf dürfte damit noch nicht zu Ende sein.