Der Bau der sogenannten Hinterlandanbindung des Ostseetunnels zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland wird für die Steuerzahler deutlich teurer als geplant. Statt der zuletzt erwarteten 8,1 Milliarden Euro rechnet der Bundesrechnungshof nun mit Kosten von 10,7 Milliarden Euro.
"Eine unfassbare Summe", kritisierte der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen. Eine Verdreifachung der Kosten sei untragbar. "Das muss schlanker und schneller gehen."
Wie n-tv.de unter Berufung auf das "Flensburger Tageblatt" berichtet, ist ein Zurückrudern aus Sicht des Ministers allerdings nicht möglich. "Die Dänen legen ja schon munter Elemente in den Belt rein, dann können wir denen ja nicht mitteilen, wir haben uns das überlegt, wir machen doch nicht mit", erklärte der in Kopenhagen geborene CDU-Politiker. Man sei quasi zur Umsetzung verdammt.
Bereits bekannt sind massive Kostensteigerungen beim geplanten Sundtunnel zwischen dem schleswig-holsteinischen Festland und Fehmarn. Ursprünglich hatte die Bahn die Kosten mit 714 Millionen Euro beziffert. Mittlerweile werden jedoch 2,306 Milliarden Euro veranschlagt.
Der Fehmarnbelttunnel selbst soll ab 2029 die Ostseeinsel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden. Der 18 Kilometer lange Eisenbahn- und Autotunnel ist bereits im Bau. Doch auch dieses Projekt liegt mindestens zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Die alte Sundbrücke aus den 1960er Jahren mit nur einem Fahrstreifen je Richtung soll für Fußgänger, Radfahrer und langsame Fahrzeuge erhalten bleiben.