Der Chef des französischen Brustimplantat-Herstellers Poly Implant Prothese (PIP) steht auf der Liste der von Interpol meistgesuchten Verbrecher. Jean-Claude Mas, dessen in Konkurs gegangene Firma wegen potenziell gesundheitsgefährdender Brustimplantate ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wurde, wird in Costa Rica wegen Verbrechen in Zusammenhang mit "Leben und Gesundheit" gesucht, wie aus der Interpol-Webseite hervorgeht. Einzelheiten über die Anschuldigungen gegen den 72-Jährigen werden dort nicht genannt.
Im beispiellosen Medizin-Skandal um potenziell krebserregende Brustimplantate wird seit dem späten Freitagabend nach Jean-Claude Mas, Chef der Firma PIP gefahndet.
Im beispiellosen Medizin-Skandal um potenziell wird seit dem späten Freitagabend nach Jean-Claude Mas, Chef der Firma PIP gefahndet.
Die Suche wurde auf Wunsch Costa Ricas initiiert. Die Behörden des mittelamerikanischen Landes werfen dem 72-Jährigen Verbrechen in Zusammenhang mit "Leben und Gesundheit" vor.
Die Suche habe nichts mit dem Skandal um die Silikonkissen des Unternehmens Poly Implant Prothese (PIP) zu tun, betonte Interpol am Samstag in einer Stellungnahme. Ein Steckbrief - eine sogenannte Red Notice - mit Fotos des Franzosen wurde bereits im Juni auf Antrag Costa Ricas auf der Internetseite der internationalen Polizeibehörde veröffentlicht.
Das Unternehmen Poly Implant Prothese (PIP) steht in Verdacht, potenziell krebserregende Brust-Implantate vertrieben zu haben. Die Firma - einst weltweit drittgrößter Hersteller der Silikon-Einlagen - ging 2010 pleite. Bereits zuvor hatten französische Behörden den Vertrieb der Billig-Implantate verboten.
Auch in Österreich kamen die Billig-Einlagen zum Einsatz. Am stärksten vom Medizinskandal betroffen sind allerdings Länder in Südamerika. So sollen allein in Brasilien 25.000 Frauen mutmaßlich krebserregende Implantate eingesetzt worden sein.