Bereits im Jahr 2023 wollte sich eine Kärntnerin im Klinikum Klagenfurt eine Zyste am Kiefer untersuchen lassen. Dabei sei ihr ein bösartiger Tumor diagnostiziert worden. Das Spital habe der Frau zur Operation geraten, da Lebensgefahr bestehen würde.
Somit ließ sich die Patientin einen Teil des Unterkiefers herausnehmen, auch alle Lymphknoten wurden entfernt. Die Folgen für die Kärntnerin waren verletzte Stimmbänder und Narben im Gesicht. Der Eingriff wäre jedoch nicht notwendig gewesen, wie sich danach herausstellen sollte.
Demnach sei der Tumor gutartig und harmlos gewesen, berichtet die "Kleine Zeitung". Die Frau müsse nun mit lebenslangen Schmerzen rechnen, sagt ihr Anwalt. Ihm zufolge sei es im Zuge der Operation auch zu Komplikationen gekommen. Die 80-Jährige habe eine Infektion erlitten und musste mehrmals nachoperiert werden. Erst ein Gesichtschirurg aus Salzburg habe den "Ernst der Lage" erkannt und der Frau geholfen.
Jetzt geht die Kärntnerin gegen das Klinikum Klagenfurt gerichtlich vor. Insgesamt 78.800 Euro fordert die Klägerin als Entschädigung. Ihr Anwalt sieht den Fehler klar beim Spital. Man hätte eine "nochmalige Biopsie durchführen müssen" bevor man die 80-Jährige operiert.
Auch ein Gutachter im Zivilprozess sprach von mangelnder Sorgfaltspflicht. So habe es sowohl klinische als auch radiologische Widersprüche zur histologischen Diagnose gegeben. Seitens des Klinikums wollte man auf Anfrage der "Kleinen" kein Statement abgeben. Das abschließende Gutachten sei in der Causa noch nicht fertig.