Mit seinem Humor und Kult-Sprüchen ("Gut essen, gut trinken, gut spritzen“) wurde "Charly" in der ATV-Serie "Amore unter Palmen" zum Star am Trash-TV-Himmel. Doch Karl Doppler, wie der Wiener Unternehmer mit bürgerlichem Namen hieß, hütete bis zuletzt ein dunkles Geheimnis – und nahme es sogar mit ins Grab.
Denn der bekennende Thailand-Fan verlor vor seinem überraschenden Tod mit nur 56 Jahren in Pattaya am 21. September des Vorjahres offenbar große Teile seines Krypto-Vermögen an fiese Falschgeldbetrüger. Am Montag wird einem mutmaßlichen internationalen Clan-Chef (47) und dessen Sohn (27) am Wiener Landesgericht wegen schweren gewerbssmäßigen Betruges und der Herstellung und Verwendung von Falschgeld der Prozess gemacht.
Charly, der bei weitem nicht das einzige Opfer der teils geständigen, mutmaßlichen Mega-Ganoven war, hatte einst 64 Bitcoins im heutigen Wert von 4,4 Millionen Euro in Genua (ITA) verkauft und dafür lediglich 239.000 Euro in wertlosen Blüten bekommen. Einen falschen 500-er Schein behielt er sich sogar, erkannte die Verdächtigen auf Fotos wieder.
Weitere Opfer verloren Hunderttausende Euros und Goldmünzen an die Bande, die professionell und über längere Zeit sogenannte Rip-Deals durchgeführt haben dürfte. Der Schaden ist immens. Dennoch ärgert sich Top-Anwalt Klaus Ainedter darüber, dass sein seit Längerem flüchtiger und untergetauchter Mandant trotz rechtzeitigen Ansuchens kein freies Geleit der Justiz bekam, um am Prozess in Wien teilnehmen zu können.
Trotz angekündigten Geständnis und sogar geplanter Schadenswiedergutmachung noch im Gerichtssaal, droht dem Verdächtigen bei jedem Grenzübertritt die Festnahme. Ob der 47-Jährige am Montag zur Verhandlung erscheint, bleibt ungewiss. Gewiss ist nur: Für das verdächtige Duo gilt die Unschuldsvermutung.