Ende Mai flatterte dem Pensionisten Gottlieb B. ein Brief der Polizei in den Postkasten. Die Freude war überschaubar, die Verwunderung dafür umso größer. Denn es handelte sich um eine Anonymverfügung für ein Vergehen, das der Wiener – laut ihm – nicht begangen hatte.
Der auf den Donaustädter angemeldete Anhänger – im Brief der Polizei ist von einem "Kraftfahrzeug" die Rede – soll am 31. März um 7.54 Uhr auf der Hohen Warte in Döbling ein Stop-Schild überfahren haben. Beamte im Streifendienst hätten das Vergehen beobachtet und die Nummerntafel notiert.
"Ein Anhänger ist kein Kraftfahrzeug. So fängt es einmal an", ärgert sich der resolute Pensionist. "Außerdem war ich zu dem Zeitpunkt wegen einer OP im Spital und mein Anhänger stand – wie schon seit Monaten – unbewegt bei mir in der Donaustadt im Garten", betont Gottlieb B. gegenüber "Heute".
Er geht von einer Verwechslung beim Kennzeichen aus und legte Einspruch ein. "Ich bin nicht gewillt zu zahlen", so B. Was ihn ärgert, ist der bürokratische Aufwand: "Ich hab’ nix falsch gemacht, aber jetzt die Arbeit und muss Beweise liefern!"