Die schweren Waldbrände in Kroatien haben in beliebten Urlaubsregionen massive Schäden hinterlassen. Besonders betroffen ist die Gegend um Lokva Rogoznica und Omiš, wo sich die Lage nach den Bränden langsam stabilisiert.
Wie der "Kurier" berichtet, wurden beim Waldbrand in der Nacht vom 13. auf den 14. August 106 Fahrzeuge, rund 30 Häuser, mehrere Gastronomiebetriebe und 45 Boote verwüstet. Auch landwirtschaftliche Flächen, darunter Olivenhaine, wurden beschädigt. Das genaue Ausmaß dieser Schäden ist noch nicht bezifferbar.
Das Feuer breitete sich laut kroatischen Medien über eine Länge von rund 23 Kilometern und eine Breite von 1,5 Kilometern aus. Starker Wind trieb die Flammen rasch voran. Rund 1.000 Hektar Vegetation und Kiefernwald wurden zerstört. Die Bilanz: ein Toter, 43 Verletzte und eine groß angelegte Evakuierung, bei der 2.500 Menschen in Notunterkünfte gebracht wurden.
Mehr als 250 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Die Lage im Gebiet von Lokva Rogoznica und Omiš gilt derzeit als stabil, Nachlöscharbeiten laufen aber weiter. Auch auf Pelješac wird das Brandgebiet weiterhin gesichert. Die Brandursache ist noch unklar, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Kroatiens Feuerwehrchef Slavko Tucaković sprach von "einem der schlimmsten Waldbrände in der Geschichte Kroatiens". Auch auf der Insel Dugi Otok war am 14. August ein großes Feuer ausgebrochen. 45 Einsatzkräfte mit 15 Fahrzeugen sollen vom Festland auf die Insel gebracht worden sein. Laut Feuerwehrchef sind alle Brandorte stabil.
Für Einsatzkräfte bringt der Wetterumschwung Entlastung. In fast ganz Kroatien werden Abkühlung, Gewitter und Regenschauer erwartet. Für Urlauber bleibt die Lage dennoch angespannt: Regional kann es weiter zu Straßensperren und Verzögerungen kommen.
Der kroatische Automobilclub HAK meldete am Montagabend, dass die Umgehungsstraße DC553 von Omiš nach dem Brand für alle Fahrzeuge gesperrt ist. Auf der DC414 auf Pelješac sowie auf der Lokalstraße Kuna Pelješka–Pijavičino ist der Verkehr nur einspurig möglich.
Auch auf den Straßen zur Küste, entlang der Adria, in Istrien, auf Krk und auf Zufahrten zu beliebten Urlaubsorten ist mit Staus zu rechnen. Verzögerungen können zudem bei Raststätten, Tunneln, Mautstellen und an einzelnen Grenzübergängen auftreten.
Betroffen waren neben Omiš auch kleinere Küstenorte wie Lokva Rogoznica, Medići, Mimice, Stanići und Nemira. Die kroatische Zentrale für Tourismus betont dennoch: "Die Lage normalisiert sich allmählich, und die touristischen Aktivitäten verlaufen in weiten Teilen des Reiseziels weiterhin ungehindert."
Eine Reisewarnung für Kroatien besteht derzeit nicht. Das österreichische Außenministerium führt Kroatien mit Sicherheitsstufe 1 und weist darauf hin, dass von Frühling bis Herbst mit Waldbränden zu rechnen ist, die Verkehrsbehinderungen und Evakuierungen auslösen können.
Ein weiterer Brand wütet entlang der Plješevica an der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Dort erschwert teilweise vermintes Gebiet die Löscharbeiten. Für die zivile Bevölkerung besteht laut vorliegenden Berichten derzeit keine Gefahr.