Beim Kochen oder wenn im Alltag einmal etwas daneben geht, greifst du wahrscheinlich auch zur Küchenrolle. Die soll natürlich saugstark und reißfest sein. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat sich 15 verschiedene Küchenrollen genauer angeschaut. Das Ergebnis: 6 Produkte schneiden gut ab, 7 liegen im Mittelfeld und 2 überzeugen kaum. Besonders auffällig: Die besten vier Küchenrollen sind gleichzeitig auch die teuersten. Küchenrollen aus Altpapier haben in diesem Test am schlechtesten abgeschnitten. Dort wurden Bisphenole gefunden, die als gesundheitlich bedenklich gelten.
Bisphenole sind chemische Stoffe, die vor allem in Kunststoffen und Beschichtungen stecken. Sie machen Plastik stabil, haltbar und hitzebeständig.
Bisphenole – besonders BPA (Bisphenol A) – können wie Hormone im Körper wirken. Auch Ersatzstoffe wie Bisphenol S gelten als problematisch.
Das bedeutet: Sie können das Hormonsystem beeinflussen und stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu stören die Entwicklung von Kindern zu beeinflussen
Den ersten Platz teilen sich zwei Markenprodukte, beide mit 73 von 100 möglichen Punkten: Plenty Original der Klassiker & Zewa Wisch&Weg.
Interessant: Das sind die einzigen Küchenrollen im Test, die nur aus zwei Lagen bestehen. Alle anderen Kandidaten sind dreilagig. Entscheidend für die Saugkraft und Nassfestigkeit ist aber nicht die Anzahl der Lagen, sondern wie gut Material, Struktur und Verarbeitung zusammenspielen.
Zwei Küchenrollen konnten sich das Prädikat "gut & günstig" sichern: Happy End von Penny und S-Budget von Spar – beide mit je 60 Punkten.
Küchenrollen aus Altpapier sind im Test ganz klar die Verlierer. Die vier getesteten Produkte aus reinem Altpapier – SoftStar, Saugstark&Sicher, Danke und Wepa Mach m!t – haben bei der Saugfähigkeit am schlechtesten abgeschnitten. Außerdem war die Wahrscheinlichkeit, dass optische Aufheller enthalten sind, bei Altpapierprodukten viel größer als bei Küchenrollen aus frischem Zellstoff. Besonders kritisch: Saugstark&Sicher Küchentücher haben diese chemischen Stoffe sogar bei Kontakt mit Lebensmitteln abgegeben. Auffällig war auch, dass Produkte aus Recyclingfasern öfter höhere Keimwerte aufwiesen – allerdings keine krank machenden Keime.
Küchenrolle ist ideal, wenn Hygiene wichtig ist – etwa bei rohem Fleisch, Fisch oder Eiern, da es Keime nicht weiterverbreitet. Es eignet sich auch für fettige oder stark verschmutzte Flächen sowie kleine Missgeschicke im Alltag. Der Vorteil: Es ist sofort einsatzbereit und kann einfach entsorgt werden, ohne gewaschen werden zu müssen.
Geschirrtücher sind robuster und saugfähiger als Küchenpapier und eignen sich ideal für den Alltag – etwa zum Abwischen, Abtrocknen oder für größere Flächen. Hochwertige Varianten fusseln weniger und sorgen für streifenfreie Ergebnisse. Sie sind wiederverwendbar, langlebig und damit trotz Waschen nachhaltiger und auf Dauer auch günstiger.
Alle 15 getesteten Küchenrollen wurden auf Bisphenole untersucht. In Küchenrollen aus 100 Prozent frischem Zellstoff wurden keine Bisphenole gefunden, in Produkten aus Recyclingpapier hingegen schon.
Ein Test hat gezeigt: Bei Kontakt von Recyclingpapier mit warmem oder fetthaltigem Essen – zum Beispiel Speck – können Bisphenole ins Lebensmittel übergehen. Daher solltest du Küchenpapier aus Recyclingmaterial nicht oder nur sehr kurz mit Lebensmitteln verwenden, besonders wenn sie warm oder fettig sind. Problematisch ist auch, wenn solche Produkte trotz nachgewiesener Bisphenole mit dem Glas-Gabel-Symbol als lebensmitteltauglich gekennzeichnet sind – so wie bei der Küchenrolle Floralys von Lidl.