Der Airfryer ist aus vielen Küchen nicht mehr wegzudenken. Ob Pommes, Gemüse oder sogar Kuchen – die Heißluftfritteuse verspricht knusprige Ergebnisse mit deutlich weniger Fett als beim klassischen Frittieren. Genau das macht sie so beliebt: schnell, einfach und vermeintlich gesünder. Doch wie gut ist das Gerät wirklich?
Heißluftfritteusen können zwar ein nützliches Kochgerät sein, doch Experten weisen darauf hin, dass sie nicht risikofrei sind. Alle Geräte, die Lebensmittel auf hohen Temperaturen erhitzen, bergen potenzielle Gefahren. Bei bestimmten stärkehaltigen Lebensmitteln kann Acrylamid entstehen – eine Chemikalie, die beim Kochen bei hohen Temperaturen gebildet wird –, wenn sie zu stark gebräunt werden.
Im Grunde ist ein Airfryer nichts anderes als ein kleiner Umluftofen. Ein Heizelement erwärmt die Luft im Gerät, während ein Ventilator sie schnell zirkulieren lässt. Dadurch wird das Essen von allen Seiten gleichmäßig gegart.
Im Inneren erwärmt ein Heizelement die Luft in einer kleinen Kammer, während ein leistungsstarker Ventilator sie schnell um das Gargut zirkulieren lässt und so für ein gleichmäßiges Garen von allen Seiten sorgt. Da der Raum geschlossen ist und die Luft ständig zirkuliert, wird die Wärme effizient an die Oberfläche abgegeben. Dies beschleunigt den Feuchtigkeitsverlust und trägt zur Bildung einer knackigen Außenschicht bei.
Die Technologie selbst geht auf die Arbeit des niederländischen Erfinders Fred van der Weij Mitte der 2000er Jahre zurück, der sich zum Ziel gesetzt hatte, eine Methode zur Herstellung von frittierten Speisen mit weit weniger Öl zu finden.
Gleichzeitig lösen hohe Temperaturen die Maillard-Reaktion aus – einen natürlichen Prozess, bei dem Proteine und Zucker miteinander reagieren und so die goldbraune Farbe sowie die intensiven, herzhaften Aromen entstehen, die man mit gebratenen oder gerösteten Speisen verbindet.
Da sie wenig oder gar kein Öl verwenden, können Heißluftfritteusen dazu beitragen, die Gesamtzufuhr an Fett und Kalorien zu senken. Jeglicher gesundheitlicher Nutzen hängt jedoch davon ab, was man zubereitet – und womit man es vergleicht.
So lassen sich im Airfryer beispielsweise 1 kg Kartoffeln zu Heißluft-Pommes in der Regel mit etwa einem Esslöffel Öl zubereiten. Damit sind sie fettärmer als die meisten Ofen-Pommes und deutlich fettärmer als frittierte Varianten. Für Menschen, die regelmäßig frittierte Speisen essen, könnte der Umstieg auf eine Heißluftfritteuse daher von Vorteil sein.
In der Heißluftfritteuse zubereitetes Gemüse oder mageres Eiweiß können eine hervorragende Wahl sein, doch stark verarbeitete Lebensmittel wie Chips, Nuggets und Gebäck können auch dann noch viel Salz, Fett und Kalorien enthalten – selbst wenn sie in einer Heißluftfritteuse zubereitet werden. Heißt: Ein ungesundes, hochverarbeitetes Lebensmittel wird auch durch Zubereitung im Airfryer nicht unbedingt gesünder – höchstens ein wenig fettärmer.
Wie bei allen Kochmethoden mit hoher Hitze gibt es auch hier mögliche Risiken.
Bei stark gebräunten, stärkehaltigen Lebensmitteln (z. B. Kartoffeln) kann Acrylamid entstehen.
Acrylamid ist eine chemische Verbindung, die beim Zubereiten von stärkehaltigen Lebensmitteln bei hohen Temperaturen (über 120°C) als Nebenprodukt der Bräunung entsteht. Es findet sich in Lebensmitteln wie Pommes frites, Chips, Brot und Kaffee. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Acrylamid als "wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen" ein, da die Beweislage für den Menschen noch nicht eindeutig ist.
Tipp: Lebensmittel lieber goldgelb statt dunkelbraun garen.
Um das Risiko einer Acrylamidbelastung zu minimieren, sollte man Lebensmittel nicht zu lange kochen oder anbrennen lassen und eher eine goldene als eine dunkle Farbe anstreben. Gute Belüftung und regelmäßige Reinigung sind ebenfalls wichtig, um Rauch- und Ablagerungsansammlungen zu vermeiden.
Es gab auch Diskussionen über sogenannte "Ewigkeitschemikalien" (PFAS), die in einigen Antihaftbeschichtungen verwendet werden. Diese Substanzen kommen nicht nur in Heißluftfritteusen vor, doch es wurden Bedenken hinsichtlich einer möglichen Exposition geäußert, falls Beschichtungen beschädigt, abgebaut oder überhitzt werden. Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Antihaft- und Kunststoff-Kochgeschirr beim Kochen mikroskopisch kleine Partikel freisetzen kann – insbesondere bei hohen Temperaturen oder wenn die Oberflächen abgenutzt sind. Experten sagen jedoch, dass das Risiko bei normalem Gebrauch im Haushalt als gering eingestuft wird.
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), auch "ewige Chemikalien" genannt, sind eine Gruppe von über 10.000 künstlichen Chemikalien, die extrem langlebig, wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie hitzestabil sind. Sie werden als "Ewigkeitschemikalien" bezeichnet, da sie sich in Umwelt und Körper kaum abbauen, sich anreichern und gesundheitsschädlich (lebertoxisch, krebserregend, fortpflanzungsgefährdend) wirken können.
Die Körbe von Heißluftfritteusen sind in der Regel mit Polytetrafluorethylen (PTFE), auch bekannt als Teflon, beschichtet. Dieses Material ist für den Einsatz bei Temperaturen um die 200 °C ausgelegt und gilt bei normalen Gartemperaturen allgemein als sicher. Einige ältere Beschichtungen enthielten per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), darunter PFOA, die in einigen Studien mit gesundheitlichen Bedenken wie Krebs und Leberschäden in Verbindung gebracht wurden. Viele dieser Verbindungen werden jedoch in modernem Kochgeschirr nicht mehr verwendet. Verbraucher sollten auf renommierte Marken und Produkte achten, die als PFAS- oder PFOA-frei gekennzeichnet sind.
Obwohl Heißluftfritteusen sehr vielseitig sind, gibt es bestimmte Lebensmittel, die für diese Zubereitungsmethode nicht gut geeignet sind.
Im Allgemeinen eignen sich Heißluftfritteusen am besten für trockene oder leicht panierte Lebensmittel, bei denen die Luft frei zirkulieren und sich die Hitze gleichmäßig verteilen kann.