Ein kurzer Zwischenstopp, ein ungutes Gefühl – und schnell wieder raus: Öffentliche Klos gehören für viele nicht gerade zu den Lieblingsorten. Doch manchmal lässt sich der Besuch einfach nicht vermeiden. Was viele dabei unterschätzen: Die größte Gefahr lauert nicht dort, wo man sie vermutet – sondern unsichtbar in der Luft.
Öffentliche WC-Anlagen sind praktisch, aber auch ein Hotspot für Keime. Besonders problematisch wird es, wenn der Klodeckel fehlt. Der Mikrobiologe Jason Tetro, auch bekannt als "Germ Guy", warnt vor der sogenannten Fäkalwolke. Beim Spülen werden winzige Partikel aufgewirbelt, die mit Bakterien wie E. coli, Salmonellen oder sogar Noroviren belastet sein können. Diese verteilen sich bis zu zwei Meter weit – direkt auf Augen-, Mund- und Nasenhöhe.
Viele ekeln sich vor dem WC-Sitz – dabei ist dieser oft harmloser als gedacht. Studien zeigen bereits seit den 1970er-Jahren, dass andere Oberflächen meist stärker belastet sind. Der direkte Hautkontakt stellt in der Regel kein großes Risiko dar, solange keine offenen Wunden vorhanden sind. Entscheidend ist vielmehr, was beim Spülen passiert.
Beim Spülen werden winzige Partikel aufgewirbelt, die mit E.-coli-Bakterien, Salmonellen oder Noroviren belastet sein können. Diese setzen sich dann auf Oberflächen im Klo ab: "Egal, wo oder wann man prüft, in 50 Prozent der Fälle findet man kleine Fäkalpartikel auf den WC-Sitzen", so der Experte im "Huffpost"-Interview.
Gefährlich wird es beim Spülen: Durch den Druck werden Keime bis zu zwei Meter weit in die Luft geschleudert – und das direkt in Mund- und Nasenhöhe. Tetro empfiehlt daher: "Achte darauf, dass du die Kabine direkt verlässt, nachdem du gespült hast."
Viele spülen gern vor dem eigentlichen Geschäft. Auch dann gilt: Verlass die Kabine, warte mindestens 30 Sekunden draußen und geh erst dann wieder hinein. So können sich die Partikel auf den Boden und andere Flächen absetzen, statt weiter in der Luft herumzuschwirren.
Wer sich länger in der Kabine aufhält, erhöht das Risiko, Keime einzuatmen. Gerade bei hochansteckenden Erregern wie Noroviren kann schon eine geringe Menge ausreichen. Auch wenn nicht jede Begegnung krank macht – angenehm ist der Gedanke an die unsichtbare Keimwolke allemal nicht.