Still ist es um SPÖ-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig geworden – während SPNÖ-Parteichef Sven Hergovich eine breite Solidaritätswelle auf Social-Media-Kanälen erfährt, ist nicht einmal in ihrem Heimatbezirk Amstetten mit der Kandidatur-Ankündigung eine Aufbruchstimmung zu verspüren. Mögliche Unterstützer halten sich zurück.
Seit dem Wochenende brodelt es in der niederösterreichischen SPÖ: Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig forderte – zuerst via "NÖN"-Ankündigung, dann via E-Mail an den Landesparteivorstand – Landesparteichef Sven Hergovich heraus, eine Kampfabstimmung droht – "Heute" berichtete ausführlich.
Während wohl ihr Umfeld auf einen freiwilligen Rückzug Hergovichs gehofft hatte, ging dieser selbst die Offensive, rief eine Sitzung des erweiterten Landesparteipräsidiums ein (heute 15 Uhr Start).
Hinter den Kulissen wird offenbar an einem Kompromiss gearbeitet, um die parteiinterne Auseinandersetzung zu vermeiden. Demnach könnte Königsberger-Ludwig auf eine Kandidatur verzichten – im Gegenzug könnte Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander, ein enger Vertrauter Hergovichs, seinen Posten verlieren, berichtet der "Kurier". Viele Parteifunktionäre sowie einflussreiche Kräfte wie AK-Präsident Markus Wieser sprechen sich klar gegen eine Kampfabstimmung aus.
Auch laut "Heute"-Informationen ist ein Verzicht von Königsberger-Ludwigs Kandidatur nicht mehr ausgeschlossen.
Brisant: Sollte Hergovich im Amt bleiben, wäre das auch ein Rückschlag für SPÖ-Chef Andreas Babler, der Königsberger-Ludwig unterstützt hatte. Eine Entscheidung wird am Mittwoch am späten Nachmittag erwartet.