Er stirbt einen langsamen Tod

Wird Buckelwal Timmy jetzt in die Luft gesprengt?

Buckelwal Timmy leidet – könnte er erlöst werden? Die gängigen Methoden, einen Buckelwal einzuschläfern, haben es jedenfalls in sich.
Newsdesk Heute
14.04.2026, 16:07
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Ein trauriger Kampf gegen die Zeit: Vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern liegt ein gestrandeter Wal, von Helfern "Timmy" genannt, im flachen Wasser und ringt um sein Leben. Wochenlang versuchen Einsatzkräfte, das Tier zu retten – bisher ohne Erfolg.

Der Zustand des Buckelwals hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Experten gehen davon aus, dass Timmy kaum noch eine Chance hat. Genau das sorgt jetzt für eine hitzige Debatte: Soll man das Tier erlösen – oder ihn langsam sterben lassen?

Doch ist ein Einschläfern wirklich möglich? Die deutsche "Bild"-Zeitung" ist jetzt diesen Fragen nachgegangen. Antworten liefert die US-amerikanische Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA in ihrem Leitfaden "Bewährte Verfahren zur Euthanasie von Meeressäugetieren".

Demnach gibt es grundsätzlich zwei Methoden: Einschläfern mit Medikamenten oder die Anwendung tödlicher Gewalt (nach Verabreichung eines Beruhigungsmittels). Für Letzteres braucht es aufgrund der gigantischen Anatomie von Buckelwalen enorme Krafteinwirkung.

In Australien wurde etwa ein Gerät entwickelt, mit dem Pottwale erschossen werden können. Es kam bisher zweimal zum Einsatz – mit mäßiger Erfolgsquote. Das erste Tier konnte mit einem einzigen Schuss getötet werden. Beim Zweiten musste noch einmal nachgelegt werden. Der anschließende Todeskampf des schwerst verletzten Wals dauerte zwei Stunden.

Hohlsprengladungen am Kopf

Noch einmal eine Stufe heftiger ist der Einsatz von Sprengstoff. Auch diese Methode stammt aus Australien: eine Hohlsprengladungen, ganz wie in panzerbrechender Munition, wird direkt am Kopf des Meeressäugers gezündet. Dafür müssen aber Spezialisten anrücken, was Zeit und Geld kostet.

Das NOAA-Dokument stellt klar, dass solche Methoden nur das allerletzte Mittel sein sollten und nur von Experten ausgeführt werden sollen. Denn auch für Menschen ist das Risiko nicht ohne. Sie müssen ganz nah an die Wale heran, zudem könnte es zu Unfällen mit den gewählten Tötungsinstrumenten kommen.

"Sicherheit der Menschen ist entscheidend"

Auch mögliche Schaulustige müssen in der Gefahrenlage mitbedacht werden. "Die Sicherheit des Menschen ist ein entscheidender Faktor, der bei der Beurteilung des Erfolgs von Sterbehilfe berücksichtigt werden muss", heißt es dazu.

Ideal wäre es demnach, wenn der Wal entweder komplett an Land liegt oder maximal knietief im Wasser liegt. Rund um Timmy ist das Meer aber 1,4 Meter tief. Zu seicht, um in die Freiheit zu schwimmen – und gleichzeitig tief genug, dass jede Behandlung erschwert wird.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 14.04.2026, 16:59, 14.04.2026, 16:07
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