Die Rettungsversuche für den seit Wochen gestrandeten Buckelwal Timmy vor der deutschen Insel Poel sorgen weiter für Schlagzeilen. Am Sonntagabend sprang eine Frau von einer Fähre in die eisige Ostsee und schwamm bis auf etwa drei Meter an das geschwächte Tier heran.
Die Polizei holte die Schwimmerin aus dem Wasser. Die 58-Jährige trug einen Neoprenanzug, wird aber dennoch medizinisch untersucht – es besteht Verdacht auf Unterkühlung.
Wie n-tv.de unter Berufung auf die "Bild"-Zeitung berichtet, kommt die Frau aus München und bezeichnet sich selbst als Klimaaktivistin, Tierschützerin und Eisbachsurferin. Mit ihrer Aktion wollte sie öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen. Sie ist überzeugt, dass der Wal noch gerettet werden kann – entgegen der Einschätzung vieler Experten.
Der Gesundheitszustand des Buckelwals verschlechtert sich unterdessen weiter. Laut dem Umweltministerium atmet das Tier deutlich schwächer als in den vergangenen Tagen. Es gibt keine Hinweise auf eine Stabilisierung.
Zwar wurden leichte Bewegungen der Schwanzflosse beobachtet, doch nach fachlicher Einschätzung ist das kein Zeichen für eine gesundheitliche Verbesserung. Alle bisherigen Rettungsversuche sind gescheitert.
Ob der Münchnerin rechtliche Folgen drohen, wird derzeit geprüft. Die Polizei warnt eindringlich vor solchen Aktionen: "Es ist kalt im Wasser – auch mit Neopren." Um den Wal wurde ein Sperrgebiet eingerichtet, das von den Behörden überwacht wird.