MediaMarkt-Gründer will helfen

Wut & Tränen um Timmy – Minister lehnt neue Rettung ab

In Wismar haben am Freitag zahlreiche Menschen für die Rettung des gestrandeten Buckelwals Timmy protestiert. Wut kochte hoch, Tränen flossen.
Newsdesk Heute
10.04.2026, 21:10
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Während die deutschen Behörden die Rettungsversuche für Wal "Timmy" bereits eingestellt haben, plante MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz (79) eine neue Aktion – auf eigene Kosten. Mit schwerem Gerät soll dem Meeressäuger ein Weg in tieferes Wasser freigeschaufelt werden.

"Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen. Scheitern ist immer möglich, aber man darf sich davon nicht abschrecken lassen", sagt Gunz. Für ihn kommt es nicht infrage, das Tier einfach sterben zu lassen.

Ganz anders sieht das die offizielle Seite. Umweltminister Till Backhaus und Fachleute haben weitere Rettungsversuche ausgeschlossen. Timmy sei zu schwach, jede zusätzliche Maßnahme würde das Leiden nur verlängern. Der Buckelwal solle in Ruhe sterben, seine Überlebenschancen seien gleich null.

Emotionaler Protest

In der Hafenstadt Wismar kam es am Freitag zu einer emotionalen Demo: Bürger protestierten lautstark gegen die Entscheidung, keine weitere Rettungsaktion mehr zu starten.

Vor Ort kochten die Emotionen hoch: Menschen weinten, schrien, einige beschimpften sogar den zuständigen Minister. Für viele ist klar: Man hätte mehr tun müssen.

"Ich kann seit Tagen nicht schlafen. Ich verfolge den Wal seit Tag 1. Jetzt bin ich hier direkt in der Nähe von dem Tier, aber kann ihm trotzdem nicht helfen. Es ist eine Quälerei", sagt eine Rentnerin (64) aus Berlin unter Tränen zu "Bild"-Reportern.

Timmy solle wenigstens erlöst werden: "Es kann doch nicht sein, dass sie die Hilfe schon wieder abgelehnt haben. Sie haben dieses Tier einfach im Stich gelassen. Wenn er sterben muss, dann doch dort, wo er hingehört."

Eine Lehrerin (39) aus Brandenburg ortet einen "starken Überlebenswillen": "Es muss ein Weg gefunden werden, um ihm zu helfen – ob mit einem Bagger oder Seilen. Man darf ihn nicht sich selbst überlassen. Es ist eine Quälerei, ihn hier einfach liegen zu lassen."

Eine Frau schimpfte Umweltminister Backhaus gar einen "Idioten".

Minister: "Wir haben alles geprüft"

Derselbe erklärt seine Entscheidung aber mit den horrenden Umständen: "Das Grundproblem ist: Der Wal hat viermal festgelegen und schwerste Schädigungen davongetragen. Seine Haut löst sich auf, sie ist wie Pergament. Er ist mal kurzatmig, dann atmet er wieder im 4-bis 5-Minuten-Takt. Wir haben alles geprüft, das Tier ist nicht transportfähig."

Alles was noch unternommen werde könne, seien palliative Maßnahmen. "Vom Prinzip her ist der Wal hier im Hospiz. Mir geht das hier auch an die Nieren", sagt der SPD-Politiker. Mit MediaMarkt-Gründer Gunz wolle er noch persönlich sprechen.

Der Fall sorgt seit Wochen für Diskussionen – auch, weil der Wal mehrfach strandete und sich immer wieder selbst befreien konnte. Experten vermuten, dass er sich verirrt hat und in der Ostsee nicht überleben kann.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.04.2026, 21:10
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