Unglaublicher Wandel

"Nicht mehr aufzuhalten" – Meteorologe lässt aufhorchen

Die weltweiten Investitionen in Erneuerbare haben jene für Fossile überflügelt. "Das führt uns in eine schönere Zukunft", freut sich Marcus Wadsak.
Newsdesk Heute
11.04.2026, 18:08
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Die weltweiten Investitionen in Energie haben sich in den vergangenen zehn Jahren grundlegend verschoben. Neue Technologien, die Folgen der Pandemie und die Energiekrise 2022 und jetzt der Iran-Krieg haben den Markt neu geordnet. Regierungen reagieren so aktiv wie seit den Ölkrisen der 1970er-Jahre nicht mehr.

Im vergangenen Jahrzehnt wurde schon viel erreicht, um die Abhängigkeiten zu reduzieren. Länder haben ihre Energiequellen breiter aufgestellt, setzen stärker auf Erneuerbare und Atomkraft, dazu wurden strenge Effizienzregeln eingeführt. Heute fördern 150 Staaten den Ausbau alternativer Energiequellen, mehr als 130 setzen auf Effizienzstandards.

Trotz markanter Rückschritte, etwa durch Donald Trump in den USA, ist die Energiewende bereits in voller Fahrt. Noch vor einem Jahrzehnt floss deutlich mehr Geld in Öl, Gas und Kohle als in Strom. Heute ist das Gegenteil der Fall. Für 2025 rechnete die IEA mit etwa 50 Prozent mehr Investitionen in Erneuerbare als in fossile Energien.

Und: Staatliche Energieausgaben werden voraussichtlich "bis 2030 auf hohem Niveau" bleiben, schreibt die Internationale Energieagentur IEA in ihrem neu veröffentlichten Lagebericht zur Energiepolitik 2026. Dort warnen die Experten auch vor Verzögerungen beim Ausstieg aus der Abhängigkeit von Öl und Gas: "Das könnte dazu führen, dass Haushalte und Unternehmen in Zukunft stärker den Schwankungen der Energiepreise ausgesetzt sind."

Solar boomt

Selbst Entwicklungsländer setzen deshalb zunehmend auf günstige Solaranlagen aus China. Ein Beispiel: Pakistan importierte allein 2024 rund 19 Gigawatt Leistung – etwa die Hälfte seiner bisherigen Netzkapazität.

China selbst baut seine eigenen Wind- und Solaranlagen in rasantem Tempo aus, gleichzeitig investiert es aber auch in Kohlekraftwerke. Der Grund ist der enorme Stromhunger der chinesischen Wirtschaft: Industrie, E-Autos und Künstliche Intelligenz lassen den Verbrauch explodieren. Die Kohlekraftwerke sollen deshalb für die nächsten Jahre die Versorgung sicherstellen – bis 2060 will das Reich der Mitte klimaneutral sein.

In Industrieländern hingegen ist Kohle de facto Geschichte: 2024 gab es erstmals keine neuen Aufträge für entsprechende Anlagen.

Klar ist: Die Welt steht vor einem historischen Wandel. Strom wird zur zentralen Energieform, erneuerbare Energien boomen. Die IEA spricht bereits vom "Zeitalter der Elektrizität".

Vision einer schöneren Zukunft

Für ORF-Meteorologen Marcus Wadsak, der sich seit langem für den Klimaschutz engagiert, sind das großartige Neuigkeiten: "Die Energiewende ist kräftig in Fahrt gekommen und nicht mehr aufzuhalten", schreibt er am Samstag auf Facebook.

Er bezieht sich dabei auf diese IEA-Grafik zur Evolution der globalen Energie-Investitionen:

Investitionen in saubere Energie haben weltweit massiv zugenommen.
IEA

"Energie aus Wasser, Wind und Sonne macht uns unabhängig und kommt uns günstiger!", so Wadsak weiter. Wenn der Geldfluss in Öl und Gas versiegen, steige auch die Hoffnung, dass Kriege um fossile Energieträger in Zukunft der Vergangenheit angehören.

"Das alles führt uns in eine saubere, gesündere, sozial gerechter, schönere Zukunft. Was für eine Vision.... und wir sind dabei, wenn sie wahr wird", schließt der Meteorologe seinen Beitrag.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 11.04.2026, 19:06, 11.04.2026, 18:08
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