Die Energiekrise treibt die Preise nach oben, doch ausgerechnet die Sonne bringt jetzt Entlastung. Laut einer neuen Analyse von SolarPower Europe spart Europa durch Solarstrom täglich massiv an fossilen Importen ein. Milliarden an Mehrkosten seien so schon vermieden worden.
Hintergrund sind die massiv gestiegenen Öl- und Gaspreise. Seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten ist der Ölpreis um mehr als 50 Prozent gestiegen, auch Gas wurde deutlich teurer. Der Engpass in der wichtigen Straße von Hormus verschärft die Lage massiv.
Solarenergie wirkt dabei wie ein Schutzschild. In den ersten 20 Tagen im März wurden bereits 2 Milliarden Euro eingespart. Insgesamt könnten sich die Einsparungen 2026 auf bis zu 67,5 Milliarden Euro belaufen, wenn die Preise hoch bleiben, rechnet SolarPower Europe vor.
Doch ausgerechnet jetzt schwächelt der Ausbau: Erstmals seit zehn Jahren stagniert der Solarmarkt in Europa. Experten fordern deshalb einen schnelleren Ausbau von Stromnetzen und Speichern.
"Es ist an der Zeit, die Lehren aus nicht nur einer, sondern gleich zwei Energiekrisen zu ziehen", sagt die gebürtige Österreicherin und Geschäftsführerin von SolarPower Europe, Walburga Hemetsberger. "Die dringende Aufgabe für die Politik besteht nun darin, das Potenzial der Solarenergie für Europa voll auszuschöpfen."
Im Jahr 2025 erzeugten Wind- und Solarenergie erstmals mehr Strom in der EU als fossile Brennstoffe, was Experten als "bedeutenden Meilenstein" beim Übergang zu sauberer Energie bezeichneten.
Einem Bericht von "Ember" zufolge machten Wind- und Solarenergie einen Rekordanteil von 30 Prozent der Stromerzeugung in der EU aus und überholten damit die fossilen Brennstoffe um nur ein Prozent.
Ein Blick auf die EU-Mitgliedsländer durch "euronews" zeigt, wer die Nase vorne hat: Österreich ist mit einem Anteil von 90 Prozent erneuerbarem Strom EU-Spitzenreiter. Vor allem Wasserkraft sorgt hier für die Top-Platzierung. Dahinter folgen Schweden und Dänemark.
Andere Länder holen aber auf. Spanien etwa hat seine Wind- und Solarleistung seit 2019 mehr als verdoppelt und drückt damit die Strompreise deutlich nach unten.