Ein Blick in alte Bauernregeln sorgt derzeit wieder für Gesprächsstoff: Laut dem sogenannten "Hundertjährigen Kalender" könnte ein bestimmter Apriltag heuer für das erste heftige Unwetter des Jahres sorgen. Doch Fachleute warnen davor, solche Prognosen zu ernst zu nehmen.
Der historische Kalender geht auf den Abt Mauritius Knauer aus dem 17. Jahrhundert zurück, der über mehrere Jahre hinweg Wetterbeobachtungen festhielt. Daraus leitete er ein System ab, nach dem sich Wetterverläufe in Zyklen wiederholen sollen. Auch heute noch erfreut sich dieser Bauernkalender großer Bekanntheit – wissenschaftlich fundiert ist er allerdings nicht.
Für den April hält der Kalender eine besonders markante Vorhersage bereit: Demnach soll der 27. April traditionell als Tag des "ersten Donners" gelten. Zuvor beschreibt die überlieferte Wetterregel eine typische Abfolge: ein eher kühler und trockener Monatsbeginn, gefolgt von kurzen Kälteeinbrüchen Mitte April und einer wärmeren Phase gegen Monatsende.
Solche Muster passen durchaus zum sprichwörtlich wechselhaften April. Tatsächlich kam es auch in den vergangenen Jahren gegen Ende des Monats immer wieder zu Gewittern mit Starkregen oder Hagel. 2025 kam es genau am 27. April zu mehreren Unwettern in ganz Österreich.
Während der Bauernkalender konkrete Tage nennt, bleiben meteorologische Dienste zurückhaltend. Langfristige Vorhersagen über mehrere Wochen hinweg gelten als unsicher, da sie von zahlreichen Faktoren abhängen. Moderne Modelle arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten statt fixen Terminen.
So kann derzeit nicht seriös vorhergesagt werden, ob es tatsächlich genau am 27. April zu Gewittern kommt. Klar ist lediglich: Der April bringt erfahrungsgemäß häufig wechselhaftes Wetter – von sonnigen Frühlingstagen bis hin zu plötzlichen Schauern.