Was zunächst wie ein schmutziger Eisberg wirkte, entpuppte sich als echte Sensation. Mitten im Weddellmeer haben Forschende eine bislang unbekannte Insel entdeckt – ein Fund, der selbst erfahrene Polarforscher überrascht.
Das internationale Team war seit Anfang Februar mit dem deutschen Forschungseisbrecher Polarstern in der Antarktis unterwegs. Eigentlich stand eine reguläre Expedition auf dem Programm.
Doch dann zwang das schlechte Wetter die Crew, Schutz im Windschatten einer vermeintlichen Insel zu suchen. Dabei fiel den Forschenden ein ungewöhnlicher "Eisberg" auf – dunkler als üblich und mit auffälliger Struktur.
Der erste Eindruck ließ Zweifel aufkommen. "Der Eisberg sah irgendwie dreckig aus", schilderte AWI-Forscher Simon Dreutter die Situation. Bei genauerer Untersuchung wurde schnell klar: Es handelte sich nicht um Eis – sondern um eine etwa 130 Meter lange, 50 Meter breite und 16 Meter hohe Insel.
Das Forscherteam vermaß das namenlose Eiland systematisch mit Drohne und Echolot. Bislang fehlt der Insel noch ein offizieller Name – dafür muss erst ein vorgeschriebener Prozess durchlaufen werden.
Auch soll die frisch entdeckte Insel in internationale Seekarten und wichtige Datensätze eingetragen werden. Auf Satellitenbildern war das Eiland bisher kaum von Eisbergen zu unterscheiden gewesen.
Die Polarstern befindet sich derzeit auf dem Rückweg nach Europa und wird Mitte Mai im Heimathafen Bremerhaven erwartet.