Suchte nach "small girls"

78-Jähriger zu Kinderporno-Fund: "Für mich ist sie 18"

Ein 78-Jähriger stand in Graz vor Gericht, nachdem bei ihm Kinderporno-Bilder und illegale Waffen entdeckt wurden – Urteil: 8 Monate bedingt.
Christoph Weichsler
03.04.2026, 20:36
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Ein 78-jähriger Steirer musste sich am 3. April in Graz vor Gericht verantworten. Ermittler hatten auf mehreren Datenträgern pornografisches Material sichergestellt – darunter auch Bilder von Mädchen, die teils unter 14 Jahre alt gewesen sein sollen. Der Pensionist stritt die Vorwürfe ab und beteuerte: "Ich habe nur nach Mädchen 18 plus gesucht."

Richterin lässt Ausreden nicht gelten

Vor Gericht versuchte der Mann zu erklären, wie das Material auf seinen Geräten gelandet sein könnte. "Vielleicht war es ein Virus", meinte er. Gezielt habe er jedenfalls "nie nach Kinderpornos gesucht". Die Richterin zeigte dafür wenig Verständnis und hielt ihm auch konkrete Suchbegriffe wie "child porn" oder "small girls" vor.

Richterin Julia Riffel fand deutliche Worte: "Da sind eindeutig Bilder Minderjähriger unter 14 Jahren dabei. Das sieht jeder Laie, nur offensichtlich Sie nicht." Einen Sachverständigen lehnte sie ab – "das sieht jeder Laie".

"Für mich sieht die wie 18 aus."

Auch bei der Sichtung einzelner Bilder blieb der Angeklagte bei seiner Linie. "Für mich sieht die wie 18 aus", erklärte er zu einer Aufnahme. Bei anderen Fotos meinte er: "Kann ich nicht beurteilen, kann ja auch KI-generiert sein." Im Saal sorgten diese Aussagen für sichtbares Unverständnis. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, blieb der Pensionist trotz der klaren Vorhalte bei seiner Version – und wich auch bei wiederholten Nachfragen nicht davon ab.

Neben den Pornovorwürfen ging es im Prozess auch um Waffen. Bei dem 78-Jährigen wurden ein Revolver sowie ein halbautomatisches Gewehr mit verbotenem Magazin entdeckt. Den Revolver habe er "in den 1980er-Jahren in Kanada legal erworben" und schlicht vergessen zu registrieren. Hier zeigte er sich einsichtiger, stellte aber dennoch eine ungewöhnliche Frage: "Das ist ein Andenken an Kanada, kann ich den nicht wieder rauskaufen?" Die Antwort fiel eindeutig aus – nein.

Infobox: Hilfe für Opfer


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Urteil noch nicht rechtskräftig

Am Ende wurde der Pensionist zu acht Monaten bedingter Haft sowie 7.200 Euro Geldstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Bei den Bildern zeigte er keine Einsicht – beim Revolver hätte er ihn am liebsten einfach zurückgekauft.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 03.04.2026, 20:36
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