Der Iran-Krieg sorgt auf der ganzen Welt für Sorgen. So auch bei der Internationalen Energieagentur (IEA). Deren Chef, Fatih Birol, warnte am Montag in Sydney vor der Möglichkeit einer der schwersten Energiekrisen seit Jahrzehnten.
Seine düstere Prognose untermauerte der Energieexperte auch mit konkreten Zahlen. Ihm zufolge habe man während der zwei aufeinanderfolgenden Ölkrisen in den 1970er-Jahren jeweils ungefähr "fünf Millionen Barrel Erdöl pro Tag verloren". Angesichts der aktuellen Krise sehe die Lage noch schlimmer aus.
Demnach habe man bis zum Montag "elf Millionen Barrel pro Tag verloren". Dies entspricht einem höheren Wert als bei den beiden früheren Ölschocks zusammen. Besonders die Blockade der Straße von Hormus würde eine "große Bedrohung" für die Weltwirtschaft darstellen.
Laut Birol würde kein Land von den Auswirkungen der Krise verschont bleiben. Der Energieexperte pocht daher auf globale Anstrengungen, um der Lage Herr zu werden. Er hoffe, dass das Problem "so bald wie möglich gelöst" werde.
Der Ernst der Lage werde auch dadurch verdeutlicht, dass die IEA Mitte März beschlossen hatte, 426 Millionen Barrel Öl ihrer Notvorräte freizugeben. So wollte man die steigenden Preise eindämmen. In der über 50-jährigen Geschichte der IEA sei eine solche Freigabe erst zum sechsten Mal erfolgt.