Der durch den Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran ausgelöste Ausverkauf bei Gold nimmt weiter Fahrt auf. Das Edelmetall fiel zum Wochenstart den neunten Tag in Folge, zeitweise ging es um mehr als neun Prozent bergab.
Im Verlauf erholte sich Gold zwar etwas auf 4.252 Dollar pro Feinunze - doch vom Ende Januar erreichten Rekordhoch hat es fast ein Viertel an Wert verloren. Vergangene Woche verzeichnete Gold mit einem Minus von mehr als zehn Prozent den größten Wochenverlust seit mehr als 40 Jahren.
Wie NTV berichtet, ist das besonders bemerkenswert, weil Gold häufig als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten gilt. Doch dieser Mechanismus funktioniert derzeit nicht - seit dem Start der amerikanisch-israelischen Angriffe hat der Goldpreis fast 20 Prozent verloren.
Der wichtigste Grund: Die Energiepreise sind durch die weitgehende Blockade der Straße von Hormus und die Angriffe des Iran auf Raffinerien in benachbarten Golfstaaten kräftig gestiegen. Das könnte die Inflation befeuern - und Notenbanken würden mit höheren Zinsen gegensteuern. Da Gold keine Zinsen abwirft, wird es im Vergleich zu anderen Anlageformen unattraktiver.
Ein weiterer Grund: Gold blickt auf eine enorme Rally zurück, die vor mehr als zwei Jahren begann. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine schichten einige Zentralbanken - vor allem die chinesische - einen Teil ihrer Währungsreserven von Dollar in Gold um. Zuletzt griff das "Fomo"-Phänomen um sich - die Angst, die Rally zu verpassen.
Nun macht sich Panik breit: Von Hedgefonds bis zu Kleinanlegern hatten Investoren gehebelte Wetten abgeschlossen. Bei fallenden Kursen brauchen sie Liquidität für Nachschüsse - und verkaufen dafür ihr Gold.