Wer krank ist, sucht oft nach jedem Strohhalm. Genau darauf setzen dubiose Online-Angebote immer wieder: Sie versprechen Hilfe, sprechen gezielt Beschwerden an und kassieren schnell ab. Ein Pensionist aus dem Großraum Linz will nun genau davor warnen.
Der Mann ist schwer gezeichnet: "Ich habe Lungenkrebs gehabt, die rechte Hälfte fehlt jetzt", erzählt er im Gespräch mit "Heute". Der Grad seiner Behinderung liege bei mehr als 70 Prozent. "Natürlich bin ich eingeschränkt", sagt er. Besonders belastend sei die massive Schleimbildung, die sich nur schwer lösen lasse.
Auf der Suche nach Hilfe stieß seine Frau im Internet auf ein pflanzliches Spray für die Lunge. Laut seinen Angaben war die Anzeige auffällig genau auf seine Beschwerden zugeschnitten. Seine Frau bestellte das Produkt schließlich Anfang März – Kostenpunkt: knapp 80 Euro.
Doch die Lieferung blieb aus. Dabei sei eine Zustellung innerhalb von drei bis fünf Tagen in Aussicht gestellt worden. Mehrmals nahm das Paar dann Kontakt mit der Firma auf, bekam jedoch lediglich zweimal die gleiche Antwort. Darin entschuldigte sich der Anbieter für Verzögerungen und erklärte, die Ware sei bereits versendet worden. "Bis dato ist das Produkt nicht eingetroffen", sagt der Mann. Für ihn sei das Ganze "sehr ominös" gewesen.
Schon beim Bezahlen wurde das Ehepaar stutzig: Die Frau zahlte per Kreditkarte, eine Bestätigung habe sie aber nicht erhalten. "Da habe ich mir schon gedacht, da stimmt was nicht. Wirklich eigenartig", erzählt sie. Recherchen des Mannes hätten zudem ergeben, dass die auf der Website angeführten medizinischen Experten gar nicht existieren. Für den Pensionisten bewegt sich das Vorgehen "an der Grenze zur Legalität".
Die Bank leitete inzwischen eine Rückholung ein, der Betrag war laut den Betroffenen zum Glück nur vorgemerkt und noch nicht abgebucht. Dem Paar sei gesagt worden, dass solche Fälle immer häufiger werden – genau deshalb wollen die beiden jetzt andere warnen.
Beide sagen ganz klar: "Es geht uns nicht um das Geld." Vielmehr darum, "wie man mit kranken Leuten Geschäft macht", sagt der Pensionist. Gerade Menschen, die auf Hilfe hoffen, würden dadurch besonders leicht unter Druck geraten. Seine Frau sei eigentlich schon übervorsichtig, habe in diesem Fall aber einfach nur helfen wollen.
Wer im Internet Gesundheitsprodukte bestellt, sollte laut den beiden besonders genau hinschauen. Ob tatsächlich ein strafrechtlich relevanter Betrug vorliegt, ist offen. Fest steht für die beiden aber: Andere sollen nicht in dieselbe Falle tappen.