Drei Teenager, ein Zugbahnhof – und E-Zigaretten mit heftigen Folgen: In Weyer (Bez. Steyr-Land) mussten am Donnerstag wie berichtet zwei 14-Jährige nach dem Vapen vom Notarzt versorgt werden. Einer erbrach sich, der andere war zeitweise nicht ansprechbar.
Zwei der Burschen blieben zusammen, wurden von zwei Lehrerinnen entdeckt, die sofort reagierten und das Rote Kreuz alarmierten. Die beiden Jugendlichen mussten schließlich ins Krankenhaus gebracht werden.
Der dritte Schüler war in Richtung Ortszentrum unterwegs und wurde später von den Beamten beim Bahnhof Weyer angetroffen. Er zeigte nur leichte Symptome – laut Polizei erklärte er, er habe nur einmal "kurz angezogen". Ein freiwilliger Harntest verlief bei ihm negativ.
Im Spital dann die klare Diagnose bei einem der beiden eingelieferten Teenager: THC im Körper. Bei allen drei Jugendlichen wurden zudem E-Zigaretten und Nikotinbeutel sichergestellt.
Dass solche Fälle von Vergiftungen durch Cannabis zunehmen, bestätigt Psychiater Kurosch Yazdi-Zorn vom Linzer Kepler Klinikum den "OÖN": "Zum einen nimmt die Verfügbarkeit zu, derartige Drogen kann man mittlerweile einfach über das Internet bestellen."
Dahinter steckt oft weit mehr als "normales" Kiffen. Vor allem synthetische Cannabinoide machen Sorgen: Die Stoffe werden im Netz teils als harmlose Produkte wie "Badesalz" oder "Gewürz" getarnt angeboten. "Diese Drogen sind oft hochkonzentriert, das wird von Jugendlichen unterschätzt", warnt der Primar.
Die Wirkung kann heftig einschlagen: Von Übelkeit und Erbrechen bis zum kompletten Wegtreten ist alles möglich. Selbst bei nicht-synthetischem THC könne eine hohe Dosis gefährlich werden. Yazdi-Zorn sagt klar: "Tatsächlich wird man psychotisch."
Bleibt der Konsum nicht bei einem Ausrutscher, könne es noch ernster werden: Aus einer Psychose kann laut dem Experten im schlimmsten Fall ein Dauerproblem werden. Denn gerade bei Teenagern schlagen Suchtmittel oft viel härter ein: "Jede Droge wirkt bei Jugendlichen stärker als bei Erwachsenen."