Seit rund zwei Wochen rollt eine perfide Telefonbetrugsmasche durch Oberösterreich. Jetzt wurde ein besonders schwerer Fall bekannt: Eine 70-jährige Pensionistin aus Vöcklabruck übergab Betrügern Gold im Wert von rund einer Million Euro.
Die Masche ist immer dieselbe – und zielt auf maximale Panik ab. Die Anrufer geben sich als Polizisten, Staatsanwälte oder Richter aus. Im Fall der 70-Jährigen erzählten sie, ihr Sohn habe bei einem Verkehrsunfall ein Kind getötet und stehe kurz vor der Festnahme.
"Das Ganze lässt sich angeblich nur durch die Zahlung einer Kaution abwenden", erklärt Gerald Sakoparnig, Leiter der Betrugsabteilung im Landeskriminalamt OÖ gegenüber "Heute". Die Kriminellen gehen nicht wahllos vor: "Sie suchen gezielt im Telefonbuch nach Vornamen, die eher älter klingen", so Sakoparnig. Ältere Menschen geraten dadurch verstärkt ins Visier.
Besonders perfide: Im Hintergrund wird oft eine weinende Stimme eingespielt, um die Geschichte glaubwürdiger zu machen. Im aktuellen Fall wurde das Opfer über längere Zeit hinweg bearbeitet: "Sie hat zigmal mit den Tätern telefoniert." Am Ende schickten die Betrüger einen Abholer vorbei – die Pensionistin übergab das Gold.
Das Opfer wurde laut Sakoparnig bereits einvernommen, müsse das Erlebte aber noch verarbeiten. Und: "Es ist leider nicht der einzige Fall in Oberösterreich", so der Ermittler. Vor rund 14 Tagen startete die Betrugsserie im Innviertel, erst vergangene Woche wurde ein 80-Jähriger in Linz Opfer der Masche – von ihm bekamen die Täter rund 85.000 Euro.
Das Landeskriminalamt warnt jetzt eindringlich davor, auf derartige Anrufe einzugehen. Weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft verlangen jemals Geld am Telefon. Zudem gibt es in Österreich keine derartigen Kautionen.
Betroffene sollten sich keinesfalls unter Druck setzen lassen und das Gespräch sofort beenden. Wichtig sei laut Sakoparnig auch, Familienmitglieder über diese Betrugsmasche zu informieren und zu sensibilisieren. Im Verdachtsfall sollte umgehend die Polizei über den Notruf 133 verständigt werden.