Dass Hunde keine Schokolade fressen dürfen, wissen die meisten. Für sie kann schon eine kleine Menge gefährlich sein. Doch wie sieht es beim Menschen aus? Tatsächlich enthält Schokolade Stoffe, die grundsätzlich giftig sind – allerdings kommt es auf die Menge an.
Schokolade wird aus den Samen der Kakaopflanze hergestellt. Darin stecken zwei wichtige Stoffe: Theobromin und Koffein. Beide gehören zu den sogenannten Stimulanzien. Sie wirken auf das Herz, das Nervensystem und den Magen-Darm-Trakt. Koffein kennt man vor allem aus Kaffee. In sehr großen Mengen kann es gefährlich werden, da es das Herz stark belastet. Theobromin wirkt ähnlich, bleibt aber länger im Körper und beeinflusst das Herz sogar noch stärker.
In extremen Fällen kann es sogar zu Krampfanfällen, inneren Blutungen oder einer Überlastung des Herzens kommen.
Im Vergleich zu vielen Tieren haben Menschen einen großen Vorteil: Unsere Leber kann diese Stoffe gut abbauen. Sie wandelt Koffein und Theobromin in weniger schädliche Substanzen um, die dann ausgeschieden werden. Deshalb können wir Schokolade in normalen Mengen problemlos genießen.
Auch beim Koffein müsste man unrealistische Mengen konsumieren, bevor es lebensgefährlich wird.
Dazu muss man sich den LD50-Wert ansehen: die Menge einer Substanz, die erforderlich ist, um 50 Prozent einer Testpopulation (meist Tiere) zu töten. Oft wird ein Wert von 1.000 mg/kg Körpergewicht genannt – auch, wenn das ein recht hoher maximaler theoretischer Wert ist. Wenn ein durchschnittlicher Erwachsener etwa 84 Kilogramm wiegt, bedeutet das, dass bis zu 84 Gramm Theobromin unbedenklich sein sollten.
Nun gilt: Je dunkler die Schokolade, desto mehr Theobromin enthält sie, wobei die höchsten Mengen in ungesüßter Backschokolade zu finden sind – aber selbst bei dieser eher bitteren, wenig schmackhaften Form der Leckerei wären etwa 6,5 Kilogramm davon nötig, um die Grenze zu erreichen.
Es ist noch unwahrscheinlicher, dass das Koffein dich umbringt: Da die tödliche Dosis dieser Substanz beim Menschen bei etwa 10 Gramm liegt, wären mehr als 23 Kilogramm Schokolade nötig, um eine tödliche Dosis zu erreichen.
Bevor es überhaupt kritisch wird, setzt der Körper Schutzmechanismen ein: Übelkeit und Erbrechen sorgen meist dafür, dass man gar nicht so viel essen kann. Das bedeutet: Die meisten Menschen würden vorher aufhören (oder müssen), lange bevor eine gefährliche Dosis erreicht ist.
Also: Ja – theoretisch kann man an Schokolade sterben. In der Praxis ist das jedoch extrem unwahrscheinlich. Dafür müsste man in sehr kurzer Zeit riesige Mengen essen. Und der Körper sorgt in der Regel dafür, dass es gar nicht so weit kommt.