Ob in beschichteten Pfannen, wasserfesten Jacken oder fettabweisenden Verpackungen - sogenannte PFAS stecken in unzähligen Alltagsprodukten. Weil diese Chemikalien extrem stabil sind und im Körper nur sehr langsam abgebaut werden, gelten sie als "Ewigkeitschemikalien". Eine aktuelle Analyse sorgt jetzt für Aufsehen.
Forschende der Shanghai Jiao Tong University School of Medicine haben Daten der großen US-Gesundheitsstudie NHANES ausgewertet. Dabei wurden Blutproben von 326 Personen ab 50 Jahren untersucht, die bereits Ende der 1990er-Jahre erhoben worden waren.
Wie chip.de berichtet, standen dabei nicht die bekanntesten PFAS-Vertreter im Mittelpunkt, sondern zwei weniger beachtete Stoffe: PFNA und PFOSA. Bei rund 95 Prozent der untersuchten Personen waren diese Substanzen im Blut nachweisbar.
Besonders auffällig: Bei Männern im Alter von 50 bis 64 Jahren zeigte sich ein Zusammenhang zwischen höheren Blutwerten dieser Stoffe und Anzeichen für beschleunigte Alterung auf DNA-Ebene. Das Forschungsteam nutzte dafür zwölf sogenannte epigenetische Uhren - Analyseverfahren, die chemische Veränderungen an der Erbsubstanz auswerten.
Obwohl die PFAS-Belastung bei Männern und Frauen ähnlich hoch war, fiel die biologische Reaktion bei Männern deutlich stärker aus. Erstautorin Dr. Ya-Qian Xu verweist darauf, dass die Lebensmitte ein besonders sensibles Zeitfenster sein könnte. In dieser Phase nehmen altersbedingte Gesundheitsrisiken wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes ohnehin zu.
Studienleiter Dr. Xiangwei Li warnte zudem davor, neuere PFAS-Varianten automatisch als unbedenklich einzustufen. Einige Ersatzstoffe könnten ebenfalls gesundheitlich relevant sein. Auch in Österreich sind PFAS längst ein Thema: Die Stoffe finden sich nicht nur in Alltagsprodukten, sondern belasten auch Böden und Gewässer.
PFAS vollständig zu meiden, ist derzeit kaum möglich. Fachleute raten aber, die persönliche Belastung zu reduzieren: Möglichst wenig stark verpackte Lebensmittel kaufen, beschädigte Antihaft-Pfannen austauschen, Fast-Food-Verpackungen nicht in der Mikrowelle erhitzen und bei Alltagsprodukten auf PFAS-freie Alternativen achten.
Wichtig zu wissen: Die Studie zeigt Zusammenhänge, aber keinen eindeutigen Beweis dafür, dass PFNA oder PFOSA die beschleunigte Alterung direkt verursachen. Trotzdem bewerten Fachleute die Ergebnisse als relevant - auch weniger bekannte Ewigkeitschemikalien könnten Gesundheitsfolgen haben, die bisher unterschätzt wurden.