Abfallwirtschaft warnt

So schnell wird aus einer Batterie ein Feuerinferno

Falsch entsorgte Lithium-Akkus lösen in Österreichs Müll- und Recyclinganlagen verheerende Brände aus. Täglich gibt es bereits bis zu sechs Feuer.
Rene Findenig
17.02.2026, 18:56
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Kurz vor dem Tag der Batterie (18. Februar) demonstrierten Vertreter von Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria (EAK), dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz (BMLUK) und dem Österreichischen Bundesfeuerwehrverband auf dem Gelände der Saubermacher Dienstleistungs AG in Wien-Inzersdorf die Gefahren falsch entsorgter Lithium-Akkus. Ein Live-Experiment zeigte eindrücklich, wie schnell solche Akkus in Müll- und Recyclinganlagen Brände auslösen können.

Lithium-Akkus sind in vielen Alltagsgeräten verbaut – von Smartphones, Laptops und kabellosen Kopfhörern bis zu Einweg-E-Zigaretten, Spielzeug oder elektrischen Zahnbürsten. Schätzungen zufolge landen in Österreich jährlich rund 3 Millionen Lithium-Batterien im Restmüll, die nicht fachgerecht gesammelt werden. Mit zunehmendem Gerätebestand könnte diese Zahl in den kommenden Jahren auf etwa 6 Millionen pro Jahr steigen.

Kampagne "Her mit Leer II" gestartet

Die Brandgefahr in Entsorgungs- und Recyclingbetrieben ist erheblich: Im Jahr 2025 wurden 36 größere Brandereignisse registriert, wobei falsch entsorgte Lithium-Akkus in mehreren Fällen als Ursache vermutet werden. Laut dem Verband österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) brennt es in der Abfallwirtschaft statistisch bis zu sechsmal pro Tag, und zwischen 2012 und 2024 hat sich die Zahl der Brandereignisse verfünffacht.

Lithium-Akkus sind in vielen Alltagsgeräten verbaut – von Smartphones, Laptops und kabellosen Kopfhörern bis zu Einweg-E-Zigaretten, Spielzeug oder elektrischen Zahnbürsten.
EAK

Um das Bewusstsein der Bevölkerung zu stärken, wurde die Kampagne "Her mit Leer II" gestartet. Umweltminister Norbert Totschnig betonte die Bedeutung der fachgerechten Entsorgung: Jede Bürgerin und jeder Bürger müsse dazu beitragen, das Risiko von Bränden zu minimieren, indem Batterien konsequent an Sammelstellen abgegeben werden.

Besorgniserregend niedrige Sammelquote

EAK-Geschäftsführerin Elisabeth Giehser wies auf die niedrige Sammelquote von Lithium-Akkus hin: Nur etwa 13,3 Prozent der in Verkehr gebrachten Gerätebatterien werden korrekt entsorgt, obwohl bereits 46,5 Prozent aller Gerätebatterien Lithium-Technologie nutzen. Die lange Lebensdauer der Batterien verzögert deren Rückkehr in den Entsorgungsstrom, wodurch die Brandgefahr steigt.

Umweltminister Norbert Totschnig betonte die Bedeutung der fachgerechten Entsorgung: Jede Bürgerin und jeder Bürger müsse dazu beitragen, das Risiko von Bränden zu minimieren.
EAK

Brände durch Lithium-Akkus verursachen nicht nur gefährliche Situationen für Einsatzkräfte, sondern auch hohe wirtschaftliche Schäden. Laut Berthold Kren, Segmentleiter bei Saubermacher, summieren sich die Schäden bereits auf mehrstellige Millionenbeträge, was die Versicherbarkeit vieler Betriebe erschwert. Zudem entstehen langanhaltende Luftverschmutzung und kontaminiertes Löschwasser.

Geplantes Verbot von Einweg-E-Zigaretten

Die Abfallwirtschaft sieht sich vor einer gemeinsamen Herausforderung: Neben einer verstärkten Sensibilisierung der Bevölkerung sind klare regulatorische Maßnahmen notwendig, wie beispielsweise ein geplantes Verbot von Einweg-E-Zigaretten ab Ende 2026. Totschnig und Giehser betonen, dass nur durch Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürgern die sichere Entsorgung von Batterien gewährleistet werden kann.

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